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Joe Biden sammelt Rekordsumme von 383 Millionen Dollar an Spenden ein

Ein großes Team, teure Reisen – und vor allem die teils horrenden Preise für Werbeminuten in den Medien: Wer Präsident der USA werden will, braucht jede Menge Geld. Noch im demokratischen Vorwahlkampf tat sich Joe Biden beim Einsammeln von Spenden eher schwer. Beobachter sahen hier ein Manko bei dem ehemaligen Vizepräsidenten der USA. Diese Bedenken dürften sich erledigt haben: Die Rekordsumme von 383 Millionen US-Dollar landete im September in der demokratischen Wahlkampfkasse.

Damit haben Biden und seine Partei den lukrativen Vormonat noch übertroffen. Im August waren es “nur” 365 Millionen US-Dollar gewesen. Wie die Biden-Kampagne am späten Mittwoch (Ortszeit) mitteilte, kann die Kampagne nun auf insgesamt 432 Millionen US-Dollar zugreifen. “An jeden, der im letzten Monat ein paar Dollar beigesteuert hat: Danke”, schrieb Biden auf Twitter. “Ich bin überwältigt”, fügte er noch hinzu.

Das Trump-Lager hat seine Zahlen für September noch nicht öffentlich gemacht. Im August war allerdings mit 210 Millionen Dollar deutlich weniger Geld in der Kasse gelandet als bei der Konkurrenz.

Das finanzielle Ungleichgewicht macht sich natürlich auch bei den Ausgaben bemerkbar. Im September buchte das Biden-Lager TV- und Radioanzeigen im Wert von 148 Millionen Dollar. Trump gab in diesem Feld hingegen laut der Marktforscher von Advertising Analytics LLC mit 56 Millionen Dollar deutlich weniger aus.

Trump spielt die Geldsorgen herunter

Seit Anfang 2019 hat Trumps Kampagne für eine Wiederwahl 2020 bereits rund 800 Millionen Dollar (678 Millionen Euro) gekostet – mehr als doppelt so viel wie die seines demokratischen Herausforderers.

Die “New York Times” hatte über verschwenderische Ausgaben von Brad Parscale, Trumps früherem Wahlkampfmanager, berichtet. Unter dessen Regie sollen allein elf Millionen Dollar für zwei Werbespots ausgegeben worden sein, die während des Super Bowls gezeigt wurden.

Im Trump-Team werden mögliche Geldprobleme dementiert. Trump selbst sagte Anfang September, man habe in den vergangenen Monaten eine Menge Geld für Werbung ausgeben müssen, um den “Fake News” etwas entgegenzusetzen. Er sei auch bereit, Geld aus seiner eigenen Tasche zuzuschießen. Aber es sei immer noch eine Menge Geld übrig, so Trump. “Viel mehr als 2016.”

Die USA wählen am 3. November, Biden liegt in den Umfragen deutlich vor Trump. Das gilt für die landesweiten Erhebungen, aber auch in den wahlentscheidenden Swing States.

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