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Kanye West: „Keine Musik, bis ich mit Sony und Universal fertig bin“




Rap-Superstar Kayne West: Wut auf die Industrie


Rap-Superstar Kayne West: Wut auf die Industrie


Foto: Rich Fury / Getty Images

In einer nächtlichen Twitter-Tirade hat Rapper und Entrepreneur Kanye West heftigem Frust auf die Musikindustrie Luft gemacht – und damit die Hoffnungen seiner Fans auf ein baldiges neues Album vorerst getrübt. Er empfinde das Business als moderne Sklaverei, schrieb West. “Ich muss die Verträge von allen bei Universal und Sony sehen”, twitterte er, und: “Ich werde nicht zusehen, wie meine Leute versklavt werden”. Seine Kinder sollen einmal seine “Masters” besitzen, also die Originale seiner Aufnahmen.

Diese Wut hat wohl auch Auswirkungen auf sein eigenes Schaffen. “Ich mache keine Musik mehr, bis ich mit meinem Vertrag mit Sony und Universal fertig bin”, twitterte West – und entfernte den Beitrag nach einiger Zeit wieder, jedoch berichteten einige US-Medien noch vor der Löschung, etwa das Magazin “Variety”.

Plötzliche, sehr emotionale Ausbrüche kommen bei Kanye West regelmäßig vor. Der Musiker ist an einer bipolaren Störung erkrankt. Phasen von größter Euphorie, Tatendrang und Extrovertiertheit wechseln sich ab mit abgrundtiefer Niedergeschlagenheit. Die wiederkehrenden Abläufe der Erkrankung hatte West im vergangenen Jahr sehr offen im Gespräch mit Late-Night-Talker David Letterman beschrieben.

Dann feuere er manchmal Tweets geballt ins Internet, und alles, was darin stehe, bekomme zwar viel Aufmerksamkeit, werde aber gleichzeitig abgetan mit den Worten “Ach, der ist einfach verrückt”. Scheinbar befindet sich West in einer beginnenden manischen Phase, so lassen seine neuen Äußerungen auf Twitter vermuten: “I’m the new Moses”, schrieb West in der vergangenen Nacht. Im Stakkato und ohne weitere Erklärung empfahl Kanye seinen Followern, Grund und Boden zu kaufen.

Im Juli hatte der 43-jährige West ein neues Album mit dem Titel “Donda” veröffentlichen wollen. Doch der Ankündigung zwei Tage vor dem gesetzten Termin folgte kein Album. Auch das ist nichts Neues im West-Universum, seine Alben erschienen bisher selten zu dem Zeitpunkt, den er angekündigt hatte, und oft trugen sie andere Titel als erwartet. Wann “Donda” nun kommen wird, bleibt deshalb völlig im Unklaren.

Wests Ambitionen, US-Präsident zu werden, befanden sich im Juli ebenfalls in einer Hochphase. Diese hatten sich aber nach ei­nem trä­nen­rei­chen Wahl­kampf­auf­tritt in South Ca­ro­li­na so­wie ver­pass­ten An­mel­de­fris­ten in meh­re­ren US-Bun­des­staa­ten auf­ge­löst. West hatte aber schon mit dem Gedanken gespielt, dieses Ziel für das Jahr 2024 ins Auge zu fassen.

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