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Kinderschuhe: Neu oder gebraucht? Leder oder Stoff? Das rät eine Kinderorthopädin

SPIEGEL: Im Herbst brauchen Kinder wieder neue Schuhe. Müssen die wirklich neu sein, oder tun es auch gebrauchte?

Esther Freifrau von Richthofen: Natürlich können Eltern ihren Kindern gebrauchte Schuhe anziehen, das ist ja auch im Sinne der Nachhaltigkeit. Die Schuhe sollten aber nicht verbraucht sein.

SPIEGEL: Woran erkennen Eltern, ob gebrauchte Schuhe zu gebraucht sind?

Von Richthofen: Kinder sollten Schuhe aus zweiter Hand nicht mehr tragen, wenn sie ausgebeult sind, wenn sie an den Fersen, an den Seiten und an den Sohlen abgelaufen sind. Dann sind sie nicht mehr rutschfest. Schuhe sind auch zu gebraucht, wenn sie Risse haben, wenn im Schuhinneren Schweißränder oder auf den Einlagen Fußabdrücke zu sehen sind.

SPIEGEL: Warum sind die Schuhe dann nicht mehr gut genug für Kinder?

Von Richthofen: Kinder haben in abgelaufenen Schuhen keinen sicheren Halt, sie können darin wegknicken, und dann leiden die Bänder. Außerdem haben sie in zu gebrauchten Schuhen kein normales Laufgefühl mehr. Das gilt auch bei zu großen Schuhen, Kinder schwimmen regelrecht darin, krallen sich mit den Zehen fest, rollen nicht mehr richtig ab. Das ist schlecht für die Motorik und den Gleichgewichtssinn, der sich bei Kindern ja noch entwickelt.