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Kommunalwahl in Köln: Erfolg für die Grünen – OB Reker muss wohl in Stichwahl


Kommunalwahl in Köln
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Erfolg für die Grünen – OB Reker muss wohl in Stichwahl



Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (Archivbild).
Foto: dpa/Marius Becker

Köln In Köln haben die Grünen in der Kommunalwahl SPD und CDU hinter sich gelassen. Im Kampf um den Posten des Oberbürgermeisters muss Henriette Reker wohl in die Stichwahl gegen ihren Herausforderer Andreas Kossiski.

Wie der WDR unter Berufung auf Infratest Dimap berichtet, erreichen die Grünen laut ersten Prognosen 29 Prozent, die CDU 20,5 und die SPD 20 Prozent. Die Linke erreicht 7 Prozent, die FDP 5,5, die AfD 5 und Volt 5,5 Prozent.

Neben dem Erfolg der Grünen deutet sich in der Domstadt eine Stichwahl zwischen Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) und ihrem SPD-Herausforderer Andreas Kossiski an. Reker erhielt laut Hochrechnung (19.32 Uhr) 47,0 Prozent der Stimmen – damit hätte sie die absolute Mehrheit knapp verfehlt. Ihr Herausforderer von der SPD, Andreas Kossiski, erhielt 25,2 Prozent der Stimmen. Einer Umfrage vor der Wahl zufolge konnte Reker auf einen Sieg in der ersten Runde hoffen.

„Ich bin davon ausgegangen, dass ich auch in die Stichwahl kommen kann. Ich möchte ja Wahlen gewinnen und keine Umfragen“, sagte Reker am Sonntag im WDR. „Ich bin jetzt mal gespannt, wie es weitergeht. Aber ich gehe von einer Stichwahl aus“, sagte sie.

Reker sagte, sie freue sich, dass sie „mal so einen Wahlabend erlebe“. Bei der Wahl 2015, bei der sie ins Amt kam, hatte sie nach einem Messerattentat im Krankenhaus gelegen. „Alles ist besser, als im Krankenhaus zu liegen und gar nichts mitzukriegen“, sagte sie.

Reker ist seit 2015 im Amt. Die parteilose Politikerin wurde bei der Wahl von der CDU und den Grünen unterstützt. Die FDP, die die Kandidatur beim ersten Mal ebenfalls unterstützt hatte, war nicht mehr an ihrer Seite. Befragungen vor der Wahl hatten angedeutet, dass Reker womöglich schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichen könnte.

Der Umwelt- und Klimaschutz war bei den Kommunalwahlen nach einer Infratest-Dimap-Umfrage im Auftrag des WDR für die Wähler das wichtigste politische Thema. Die Bedeutung des Themas habe im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 noch deutlich zugelegt, berichtete der WDR. Dies sei auch ein Erfolg der Grünen, die das Thema erfolgreich in der Debatte besetzt hätten, sagte der Politologe und WDR-Wahlexperte Martin Florack.

Zweitwichtigstes Thema für die Wähler sei die Wirtschaft gewesen, drittwichtigstes die Bildungspolitik. Das Thema Einwanderung/Integration folgt in NRW erst als viertwichtigstes Thema – mit deutlichem Abstand zum Klima.