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Kommunalwahlen in NRW: CDU gewinnt nach Hochrechnung – SPD liegt noch vor Grünen


Kommunalwahlen in NRW
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CDU gewinnt nach Hochrechnung – SPD liegt noch vor Grünen



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Die Kommunalwahl in der Corona-Krise
Foto: Zehrfeld

Düsseldorf Die CDU liegt laut erster Hochrechnungen bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen vorne. Die SPD wird trotz deutliche Verluste zweitstärkste Kraft. Die Grünen legen in zahlreichen Städten kräftig zu. Wichtigstes Thema für die Wähler war der Klimaschutz.

Klarer Wahlsieg der CDU, erneuter Rückschlag für die SPD und Rekordergebnis der Grünen: Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen haben die Wähler am Sonntag deutliche Akzente gesetzt. Die Christdemokraten von Ministerpräsident Armin Laschet können nach einer Hochrechnung (19.01 Uhr) für den WDR landesweit mit 36,2 Prozent der Stimmen rechnen. Sie blieben damit um 1,3 Prozentpunkte hinter ihrem Ergebnis von 2014 zurück.

Zweitstärkste Kraft sind demnach die Sozialdemokraten, die nach deutlichen Einbußen noch knapp vor den Grünen landen dürften. Die SPD verliert laut der Prognose von Infratest Dimap fast 8 Prozentpunkte und kommt nur noch auf 23,7 Prozent – ihr schlechtestes Ergebnis bei einer NRW-Kommunalwahl überhaupt. Die Grünen konnten ihren Stimmenanteil um mehr als 7 Prozentpunkte auf 19,1 Prozent steigern. Das wäre ihr bestes Ergebnis auf Landesebene in NRW überhaupt. In der Millionenstadt Köln werden die Grünen laut Prognose mit deutlichem Abstand stärkste Kraft im Stadtrat. Hier berichten wir im Liveblog von den aktuellen Geschehnissen.

Die Wahlbeteiligung lag mit 51,5 Prozent etwas über der Beteiligung von 2014 (50 Prozent).

Neben den Kommunalparlamenten wurden in NRW auch Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte gewählt. In Nordrhein-Westfalens einziger Millionenstadt Köln muss die parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker möglicherweise in eine Stichwahl. Sie erhält laut Prognose 48,5 Prozent der Stimmen – damit hätte sie die absolute Mehrheit knapp verfehlt. Ihr Herausforderer von der SPD, Andreas Kossiski, erhielt 24 Prozent der Stimmen. Im Kölner Stadtrat könnten die Grünen der Prognose zufolge mit 29,0 Prozent stärkste Fraktion werden.

Mit rund 14 Millionen Wahlberechtigten waren die NRW-Kommunalwahlen der größte Urnengang des Jahres – und der erste unter umfassenden Corona-Auflagen. Große Kundgebungen der Parteien gab es nicht, der Wahlkampf lief auf Sparflamme. Die Wahl galt auch als Stimmungstest für Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Laschet kandidiert auf dem CDU-Bundesparteitag im Dezember für den CDU-Vorsitz.



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Politiker geben ihre Stimme bei der Kommunalwal ab
Foto: dpa/Marcel Kusch

Der Umwelt- und Klimaschutz war bei den Kommunalwahlen nach einer Infratest-Dimap-Umfrage im Auftrag des WDR für die Wähler das wichtigste politische Thema. Die Bedeutung des Themas habe im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 noch deutlich zugelegt, berichtete der WDR. Dies sei auch ein Erfolg der Grünen, die das Thema erfolgreich in der Debatte besetzt hätten, sagte der Politologe und WDR-Wahlexperte Martin Florack.

Zweitwichtigstes Thema für die Wähler sei die Wirtschaft gewesen, drittwichtigstes die Bildungspolitik. Das Thema Einwanderung/Integration folgt in NRW erst als viertwichtigstes Thema – mit deutlichem Abstand zum Klima.