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Lob von den Vorgesetzten: Wolf beißt sich bei Borussia rein


Lob von den Vorgesetzten
:
Wolf beißt sich bei Borussia rein



Hannes Wolf steht vor seinem ersten Bundesligaspiel für Borussia Mönchengladbach.
Foto: Dirk Päffgen

Mönchengladbach Hannes Wolf steht in Dortmund vor seinem Bundesliga-Debüt für Borussia Mönchengladbach. Zuletzt zeigte er sich engagiert und bissig, wirkte in einigen Situationen allerdings noch zu verspielt.

Hannes Wolf wollte unbedingt sein erstes Pflichtspieltor erzielen. Das war dem 21-Jährigen im DFB-Pokalspiel gegen den FC Oberneuland (8:0) anzumerken. Fünf Torschüsse gab er ab, kein einziger landete im Netz. Darüber war er nach dem Spiel enttäuscht.

Trotzdem geht es bei Wolf von Woche zu Woche weiter bergauf. Vor dem Bundesliga-Start am Samstag bei Borussia Dortmund (18.30 Uhr) gewöhnt sich Wolf gerade das erste Mal seit über einem Jahr wieder an einen richtigen Spiel- und  Trainingsrhythmus.

Gegen Oberneuland spielte er 62 Minuten gemeinsam mit Lars Stindl und Jonas Hofmann in der offensiven Dreierreihe hinter Patrick Herrmann. Dann wurde Wolf ausgewechselt, durfte sich nach seinem dritten Einsatz innerhalb von neun Tagen erholen.

Für Österreichs U21-Nationalmannschaft hatte er während der Länderspiel-Woche zuvor zweimal 90 Minuten lang auf dem Platz gestanden. Dort erzielte Wolf ein Tor, bereitete einen weiteren Treffer vor – Minuten, die Wolf guttun und ihm Selbstvertrauen geben.

Das bestätigte auch Borussias Co-Trainer Alexander Zickler nach dem Spiel gegen Oberneuland. „Er ist schon sehr weit. Es sind die Minuten, die er braucht, nachdem er im vergangenen Jahr eher keinen Rhythmus hatte“, sagte Zickler. Wolf suchte gegen Oberneuland immer wieder mutig das Eins-gegen-eins, wollte sich oft gegen mehrere Gegenspieler durchsetzen, verpasste dadurch aber hin und wieder den richtigen Abspielmoment oder konnte sich selbst nicht in eine optimale Abschlussposition bringen.

„Am Ende habe ich vielleicht ein bisschen zu sehr auf einen Treffer gehofft und war etwas zu verkrampft. Aber ich denke, ich werde meine Tore in dieser Saison schießen“, sagte Wolf.



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Foto: AP/Martin Meissner

Den richtigen Biss legte er an den Tag, teilweise wirkte er aber zu verspielt. Das birgt im Offensivspiel ein gewisses Risiko – Ballverluste werden Gegner wie der BVB härter bestrafen als Oberneuland. Findet Wolf aber die richtige Balance, kann er mit seiner engen Ballführung im höchsten Tempo in Dortmund für Überraschungsmomente sorgen. „Jetzt wartet direkt ein Kracher auf uns, aber auch da wollen wir bestehen und ein gutes Ergebnis mit nach Hause nehmen“, sagte Wolf.

Trainer Marco Rose kennt Wolf, seitdem dieser 15 Jahre alt ist. Rose bezeichnete ihn zu Beginn der Vorbereitung als „Mentalitätsspieler“. Deshalb verwundert es nicht, zu welchem fußballerischen Idol Wolf aufblickt. „Mein Vorbild war immer Cristiano Ronaldo. Einfach, weil er diese Mischung aus geilem Fußball und toller Mentalität hat. Er hat immer alles erreicht, was er sich vorgenommen hat – und das immer mit harter Arbeit“, sagte Wolf kürzlich im Interview mit unserer Redaktion.

Gerne würde er auch langfristig in Gladbach bleiben. 15 Pflichtspiel-Einsätze sind nötig, dann ist die Borussia dazu verpflichtet, zu der bisherigen Leihgebühr in Höhe von 1,5 Millionen Euro weitere neun Millionen Euro an RB Leipzig zu überweisen. „Ich denke, dass er eine Verstärkung für uns ist und das werden wir bei den vielen Spielen auch brauchen“, sagte Zickler. Am Wochenende dürfte ein weiterer Einsatz für Wolf hinzukommen.