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Markus Söder will Kanzlerkandidaten der Union erst im März küren

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CSU-Chef Markus Söder will sich bei der Nominierung eines gemeinsamen Kanzlerkandidaten der Union mehr Zeit lassen. “Wir werden uns nach dem CDU-Parteitag einen Zeitpunkt für die Festlegung des Kanzlerkandidaten überlegen. Das muss nicht unbedingt der Januar sein, das kann auch erst im März 2021 stattfinden”, sagte Söder im Interview mit der “Bild am Sonntag”. Einen zu langen Wahlkampf neben einer aktiven Kanzlerin hält er für wenig sinnvoll.

Im Dezember wird ein Parteitag der CDU einen neuen Vorsitzenden wählen. Und der sollte eigentlich Kanzlerkandidat der Union werden. Bislang gibt es drei Bewerber:

  • den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet,

  • den ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der Union, Friedrich Merz,

  • und den Außenpolitiker Norbert Röttgen, der jedoch als chancenlos gilt.

  • Markus Söder bewirbt sich zwar nicht um den Vorsitz, in Umfragen liegt er als möglicher Kanzlerkandidat allerdings vorn.

“Es gibt gute Gründe, warum die CSU nie den Kanzler gestellt hat”

Natürlich freue es ihn, so Söder gegenüber “Bild am Sonntag”, dass man ihm laut Umfragen auch andere Aufgaben zutraue. “Aber gleichzeitig wollen mich die Bayern als Ministerpräsidenten behalten. Das ist für mich schon sehr wichtig.” Die CDU habe das Vorschlagsrecht für den Kanzlerkandidaten und war immer die Kanzlerpartei. “Es gibt gute Gründe, warum die CSU nie den Kanzler gestellt hat”, so Söder. “Ich werde mit voller Kraft mithelfen, dass es Deutschland gut geht, aber meine Aufgabe ist in Bayern.”

Die CSU hat mit Unterstützung der CDU bisher zweimal einen Kanzlerkandidaten gestellt – Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber. Beide scheiterten.

Laut Spekulationen könnte Söder Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei einer Kandidatur um den CDU-Vorsitz unterstützen, um so doch noch Kanzlerkandidat zu werden. Söders Aussagen, die Union sollte sich erst nach dem Parteitag auf einen Kanzlerkandidaten festlegen, könnte – trotz der Beteuerungen Söders in Bayern bleiben zu wollen – für dieses Szenario sprechen. Allerdings unterstützt Spahn bislang die Kandidatur von NRW-Ministerpräsident Laschet.  

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