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Mikaela George Spielberg: Über Erwachsenenfilme

Erwachsenenfilme – damit keine Missverständnisse aufkommen – sind keine cineastischen Kunstwerke, die Zuschauer intellektuell so herausfordern, dass nur Erwachsene sie verstehen können. Im Gegenteil. Erwachsenenfilme haben in der Regel einen überschaubaren Plot und sind nur insofern handlungsgetrieben, dass Handlung und Trieb in ihnen zusammenfallen. Darstellerinnen, die in ihnen agieren, bezeichnen sich gern als “sexuelles Wesen”, haben eine Karriere als “erotische Tänzerin” aufzuweisen und sagen – zumindest wenn sie in den USA in diese Filmsparte einsteigen –, sie arbeiteten von nun an in der “adult industry”, der Erwachsenenbranche. So wie die Tochter von Steven Spielberg.

Mikaela George Spielberg ist 23 und wurde als Baby von der Regie-Legende und seiner Ehefrau, der Schauspielerin Kate Capshaw (siehe Foto), adoptiert. Das Power-Paar hat zusammen sechs weitere Kinder, leibliche wie nicht leibliche. Sie habe ihre Eltern per FaceTime-Anruf über ihren Plan informiert, ihre Sexualität auch vor der Kamera auszuleben, erzählte Mikaela dem britischem Boulevardblatt The Sun. “Es ist eine positive Wahl, die mich selbstbewusster macht. Ich wollte etwas tun, das sicher und vernünftig ist und auf Freiwilligkeit beruht.” Deshalb wolle sie nur “Solo-Sachen” machen. Gern auch Fetisch.

Ihre Eltern seien “intrigued, but not upset” gewesen, erzählt sie weiter. Ob man “intrigued” nun, wie die deutsche Boulevardpresse, mit “fasziniert” oder dem treffenderen “verblüfft” übersetzt, ist egal. Papa und Mama seien jedenfalls “not upset”, also “nicht sauer” gewesen.

Das wirft zwei Fragen auf, eine kleinere und eine größere. Die kleinere lautet: Warum sagt niemand Porno, wenn Porno gemeint ist? Und die größere: Womit kann man heute seine Eltern noch schocken, wenn es mit der Ansage, man drehe künftig Por…, Entschuldigung, Erwachsenenfilme!, nicht gelingt?

Verkündet eine Tochter aus gutbürgerlichem Haus, sie wolle AfD wählen, so bekommt sie von ihren Wohlstandseltern zu hören: “Ach, endlich wirst du vernünftig, Marlene!” Erklärt ein Sohn, er wolle sehr reich werden, ohne sich anstrengen zu müssen, antworten Erziehungsberechtigte: “Influencer ist doch eine prima Berufswahl, Brad!” Und teilt ein Soziologen-Professorenkind seinen Soziologen-Professoreneltern mit, es wolle lieber hartzen als studieren, lieber nach Stadthagen als nach Stanford, heißt es: “Wir sind stolz darauf, dass du dich vom System nicht korrumpieren lässt, Theodor!”

Schocken kann man seine Eltern nur noch durch eine Ansage: “Ich will nach Hollywood!” Darauf kann es nur eine Antwort geben: “Bist du verrückt, Angelina? Geh in die Erwachsenenbranche! Dort ist die Chance auf einvernehmlichen Sex viel größer!”

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