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Nach Rheinbad-Tumult in Düsseldorf: Prozess gegen 17-Jährigen ohne Urteil abgebrochen


Nach Rheinbad-Tumult in Düsseldorf
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Prozess gegen 17-Jährigen ohne Urteil abgebrochen



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Großer Polizei-Einsatz im Rheinbad in Düsseldorf
Foto: Gerhard Berger

Düsseldorf Ohne Urteil hat das Amtsgericht Düsseldorf am Mittwoch den Prozess gegen einen 17-Jährigen abgebrochen, der bei Tumulten im Düsseldorfer Rheinbad vor rund einem Jahr eine Mitarbeiterin übel bedroht haben soll.

Laut Anklage, über die unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wurde, hatte der Jugendliche der Frau damals gedroht: „Wenn wir uns privat sehen, klatsche ich dich gegen die Wand“ und „ich töte dich“. Einer seiner Freunde (17), die als Zeugen aussagten, widersprach der Anklage: Andere hätten im Bad randaliert und „wild rumgespielt“, der Angeklagte habe „gar nix gemacht“, sei aber von der Polizei rausgeworfen worden.

Ob die Mitarbeiterin den Angeklagten wieder erkannt hat, wurde nicht bekannt. Da ein weiterer Zeuge fehlte, soll der Prozess am 7. Oktober fortgesetzt werden.

Das Rheinbad war am 29. und 30. Juni sowie am besagten 26. Juli 2019 mit Hilfe der Polizei geräumt worden. Neben dem damals 16-Jährigen war im Zuge des dritten Tumults auch Anzeige gegen einen 27-Jährigen erstattet worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde dieses Verfahren bereits mit einem Strafbefehl rechtskräftig beendet. Der Mann musste 30 Tagessätze à 20 Euro – also 600 Euro – zahlen, nachdem er bei der Räumung eine Polizistin als „dreckiges Stück Scheiße“ beleidigt hatte.

Die Umstände vor allem der letzten Rheinbad-Räumung hatten eine politische Debatte ausgelöst. Bei der spielte unter anderem die mutmaßliche Herkunft der beteiligten Personen eine Rolle. Der jetzt angeklagte Jugendliche ist nach früheren Angaben der Polizei in Deutschland geboren und hat einen afrikanischen Migrationshintergrund. Der damals 27-Jährige, der die Polizistin beleidigt hatte, ist Deutscher ohne Migrationshintergrund.