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Nach Tönnies-Beben und Talfahrt: „Der heutige Tag ist eine Zäsur für Schalke“

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Nach Tönnies-Beben und Talfahrt
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„Der heutige Tag ist eine Zäsur für Schalke“



Trainer David Wagner (l) und Sportvorstand Jochen Schneider.
Foto: dpa/Roland Weihrauch

Gelsenkirchen Chaostage auf Schalke: Der Aufsichtsratchef tritt zurück, der Finanzvorstand hört auf und der Schuldenberg erdrückt den Club. Zu diesen Fragen will sich die Clubführung jetzt in einer Pressekonferenz äußern.

Einen Tag nach dem Rücktritt von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies hat der Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 am Mittwoch seine Pläne zur künftigen Ausrichtung des Clubs bekanntgeben. Sportvorstand Jochen Schneider und Cheftrainer David Wagner sowie Marketing-Vorstand Alexander Jobst äußerten sich am Vormittag in einer Pressekonferenz zu den Konsequenzen aus der Saison-Analyse und dem daraus resultierenden Neuanfang.



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Das ist Clemens Tönnies
Foto: dpa/Guido Kirchner

Angesichts der finanziellen Schieflage kündigte Jobst „massive Einsparungen“ an. Das Einnahme- und Ausgabeverhältnis sei nicht gesund. „Der heutige Tag ist eine Zäsur für den FC Schalke 04. Ein ‘Weiter so’ wird es und kann es nicht geben“, sagte Jobst. Deshalb sei es auch notwendig die sportlichen Ziele von Schalke anzupassen. Die Qualifikation für die Europapokal-Wettbewerbe sei für „ein, zwei, vielleicht auch drei Spielzeiten“ kein Thema mehr.

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Schneider kündigte derweil auch Einsparungen bei den Gehältern der Spieler an: „Das Lizenzspieler-Budget ist der größte Hebel, an dem wir ansetzen müssen. Wir müssen uns selbst Richtlinien auferlegen und nachhaltig wirtschaften.“ Eine Obergrenze, wie sie in den vergangenen Tagen häufiger Thema war, bestätigten beide nicht. Ende Juli wolle der Klub mit den Profis über einen weiteren Teilverzicht auf Gehalt sprechen. Eine Ausgliederung des Profi-Bereichs sei aktuell noch kein Thema.

Eine Bürgschaft über 40 Millionen Euro des Landes Nordrhein-Westfalen wollte Jobst weder bestätigen, aber auch nicht dementieren. Genaue Angaben wolle er erst machen, „wenn wir Fakten geschaffen haben“. Zudem entschuldigte er sich für Entscheidungen, die dafür sorgten, dass Schalke „in der Öffentlichkeit ein miserables Bild abgegeben“ hat und bezog sich dabei auf die Härtefallanträge für Ticket-Rückerstattungen und die Entlassung von Mini-Jobbern.

Neben Tönnies, der wegen des Corona-Ausbruchs in seinem Fleisch-Unternehmen unter Druck geraten war, wird zukünftig auch Finanz-Vorstand Peter Peters sein Amt beim Revierclub nicht mehr ausüben.