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Neues Caming-Equipment: Innovative E-Scooter




Kompakt und bequem - Elektroroller gewinnen zunehmend an Akzeptanz bei Campern. Mehrere Start-ups zeigen auf dem Caravan Salon in Düsseldorf ihre neuen Modelle.


Kompakt und bequem – Elektroroller gewinnen zunehmend an Akzeptanz bei Campern. Mehrere Start-ups zeigen auf dem Caravan Salon in Düsseldorf ihre neuen Modelle.


Foto: Steereon

Elektroroller auf dem Caravan Salon? Ja, in diesem Jahr sind erstmals auch einige E-Scooter-Start-ups in Düsseldorf vertreten. Sie spekulieren auf eine Nische, die der massive Trend zu Wohnmobilen und Campingbussen erst geschaffen hat: E-Scooter als bequeme und kompakte Mobilmacher, wenn die rollende Urlaubsbehausung erst einmal an einem Standplatz festgemacht ist.

Von der Bachelorarbeit zum E-Scooter-Hersteller

E-Scooter sind ähnlich kompakt wie Fahrräder, wegen des Elektroantriebs jedoch sehr viel bequemer. Und es gibt inzwischen Modelle, die als Allround-Fahrzeuge für Urlauber konzipiert sind. Auf dem Outdoor-Parcours auf dem Caravan Salon können sie von den Besuchern getestet werden. Die Plev Technologies GmbH aus Köln stellt dort den E-Scooter “Steereon” vor. Entstanden ist das Unternehmen 2015 aus einer Bachelorarbeit an der TH Köln. “Die Aufgabe war, ein kompaktes Fahrzeug mit besonderer Fahrdynamik zu entwickeln”, sagt Mitgründer Maximilian Camp. Der Prototyp zeigte Potenzial, aus der Uni-Aufgabe wurde ein Geschäftsmodell. Seit Juni 2020 stehen die Minimobile zum Verkauf.



E-Scooter als Mobilitätslösung für Camper

Foto: Matthias Kriegel

E-Scooter als Mobilitätslösung für Camper

Zwei Steereon-Varianten sind im Handel. Ein Steh-Scooter (20,5 kg, 20 km/h) für rund 3350 Euro und ein Modell mit Sitz (22 kg, 25 km/hI, das hundert Euro mehr kostet. Beide sind klappbar, haben einen Wechselakku, bieten 50 Kilometer Reichweite sowie einen 16-Zoll-Vorder- und einen 12-Zoll-Hinterreifen.

E-Scooter mit Allradlenkung

Das Alleinstellungsmerkmal des Steereon ist die patentierte Allrad-Lenkung. In Kurven schlägt nicht nur das Vorder-, sondern auch das Hinterrad ein. “Das ist ein einzigartiges Fahrgefühl, so ähnlich wie das Carven beim Skifahren”, sagt Camp. “Man muss es allerdings erst erlernen.” Etwa fünfzehn Minuten bräuchten Einsteiger, bis sie den Steereon sicher manövrieren können.

Ebenfalls einem Studienprojekt entsprungen ist die Scuddy GmbH aus Kiel. “Die Idee war, ein leistungsstarkes und faltbares Elektromobil zu entwickeln, das in den Kofferraum passt und am Urlaubsort, wenn der Camper abgestellt ist, maximale Mobilität garantiert”, sagt Alexander Fleischer, Vertriebsleiter bei Scuddy. Entstanden ist daraus ein Dreirad (zwei Räder vorne), das in den drei Ausführungen “City” (20 km/h, 70 km Reichweite, 4850 Euro), “Sport” (35 km/h, 60 km Reichweite, 4850 Euro) und “Ultimate” (45 km/h, 50 km Reichweite, 5250 Euro) verfügbar ist.

Dreirad-Roller mit Kurven-Neigetechnik

“Mit der ‘Ultimate’-Variante stehen wir eigentlich in Konkurrenz zur 50-ccm-Vespa”, sagt Fleischer. “Das gibt es so auf dem Markt kein zweites Mal.” Die Fahrzeuge sind mit einem bürstenlosen Motor und Riemenantrieb ausgestattet. Mit 1500 Watt Leistung ist der Scooter sechsmal so stark wie ein Pedelec, in den Wechsel-Akkus, die ebenfalls in Kiel gefertigt werden, steckt die gleiche Panasonic-Zelle, die auch im Tesla Model S verbaut wird.



Viel Platz drinnen und draußen: Der Caravan Salon 2020

Foto: A2824 Franz-Peter Tschauner/ dpa

Viel Platz drinnen und draußen: Der Caravan Salon 2020

Innovativ ist die patentierte Kurven-Neigetechnik: Trotz der drei Räder ist das Fahrzeug nicht starr, im Stillstand muss stets ein Fuß auf dem Boden platziert werden. Hinzu kommt ein cleverer Faltmechanismus; eingeklappt lässt sich der Roller wie ein Rollkoffer ziehen. Da der Antrieb vom Akku getrennt ist und das Antriebsrad den Boden nicht berührt, gilt der Scuddy dann als Gepäckstück und darf im öffentlichen Nahverkehr kostenlos mitgeführt werden.

Ist der Akku leer, wird es ein Tretroller

Das Start-up “Go!Mate” orientiert sich mit seinem E-Scooter-Konzept an der Bauweise des klassischen Tretrollers. 2016 wurde es von Birgit und Jörg Schamuhn aus Elmshorn in Schleswig-Holstein gegründet, ehe es vor einiger Zeit an die Itzehoer Borba Feinwerktechnik GmbH verkauft wurde. 2019 startete das operative Geschäft.

In Düsseldorf zeigt die Firma, die in Itzehoe produziert, das neue Model “Staep Evo” (350-Watt, 13 Kilogramm, 35 km Reichweite, ab 1649 Euro). Wahlweise gibt es den Scooter mit einem oder zwei Faltgelenken. Mit zwei Gelenken lässt sich der 1,30 Meter lange und 1,0 Meter hohe Roller auf einen Meter Länge und 55 Zentimeter Höhe einklappen. In Deutschland sind aufgrund der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung nur die Motorisierungen bis 20 km/h zugelassen.

Der Clou des Konzepts ist die Vielseitigkeit, denn der Roller kann als E-Variante oder Tretroller genutzt werden. Ist der Akku leer oder möchte man sich sportlich betätigen, lässt man die Unterstützung einfach weg.

Der Caravan Salon in Düsseldorf findet noch bis zum Sonntag, den 13.09. statt. Im Outdoor-Parcours vor Halle 15 können die E-Scooter getestet werden.

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