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New York: Millionen-Deal angestrebt in Harvey-Weinstein-Verfahren

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Harvey Weinstein nach einer gerichtlichen Anhörung im Jahr 2018


Harvey Weinstein nach einer gerichtlichen Anhörung im Jahr 2018

KENA BETANCUR/ AFP

Die Generalstaatsanwältin für New York hat am Dienstag mitgeteilt, dass in zwei Verfahren wegen sexuellen Fehlverhaltens gegen den ehemaligen Filmproduzenten Harvey Weinstein eine Zahlung von knapp 19 Millionen US-Dollar an die Opfer vereinbart wurde. Der Vergleich im Umfang von insgesamt 18,8 Millionen sieht Einzelzahlungen zwischen 7500 und 750.000 Dollar vor.

Anwälte von sechs betroffenen Frauen kritisierten den angestrebten Deal als “Ausverkauf”, der den 68-jährigen Angeklagten davor bewahre, Verantwortung für seine Taten zu übernehmen oder persönlich zur Kasse gebeten zu werden.

Die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft hatte 2018 gegen Weinstein, seine Produktionsfirma sowie seinen Bruder Anklage erhoben. Die angestrebte Einigung muss von einem Bundesrichter und einem Konkursgericht genehmigt werden.

“So etwas wie Gerechtigkeit”

Der Deal würde auch eine separate Sammelklage mehrerer Frauen betreffen, die Weinstein sexuelle Belästigung oder Übergriffe vorgeworfen hatten, sagte die Generalstaatsanwältin für New York, Letitia James.

“Nach all den Belästigungen, Drohungen und Diskriminierungen werden diese Überlebenden endlich so etwas wie Gerechtigkeit erfahren”, schrieb James bei Twitter. Zudem würden Frauen, die gezwungen wurden, Vertraulichkeitsvereinbarungen zu unterschrieben, von diesen Klauseln befreit, und könnten nun reden.

Der einst mächtige Filmmogul Weinstein ist seit einer Verurteilung im Februar in Haft. Er war schuldig befunden worden, die ehemalige Produktionsassistentin Mimi Haleyi sexuell belästigt und die angehende Schauspielerin Jessica Mann vergewaltigt zu haben. Er wurde zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt.

Mehr als hundert Frauen hatten Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen, die sich über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten erstreckt haben sollen. In Los Angeles muss er sich in weiteren Verfahren wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe verantworten.

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