Spiegel

Paar lässt Mädchen als Strafe Trampolin springen – bis es stirbt

Auf dem Trampolin wurden von den Behörden über 43 Grad Celsius gemessen, am Boden war die Temperatur mit mehr als 60 Grad sogar noch deutlich höher. Trotz dieser extremen Bedingungen hat ein Paar in Odessa, US-Bundesstaat Texas, ein junges Mädchen als Strafe auf ein Trampolin geschickt. Die Achtjährige starb, wie der US-Sender CNN berichtet. Als Todesursache wird Dehydration angegeben, die Behörden behandeln den Vorgang als Morddelikt.

Laut der Anklage ereignete sich der Fall bereits am 29. August. Wie die bisherigen Ermittlungen ergeben, zwangen der 44-jährige Mann und die 34-jährige Frau das Kind “für längere Zeiträume ohne Pause auf dem Trampolin zu springen”, wie eine Mitteilung der Polizei in Odessa erläutert.

Es war der Achtjährigen demnach nicht erlaubt, Wasser zu sich zu nehmen. Auch feste Nahrung war demnach tabu. Unklar ist noch, in welchem Verhältnis das Paar zu dem Kind stand. Laut dem Sender KOSA waren sie die Erziehungsberechtigten. Dies ist aber von den Behörden noch nicht bestätigt. Die Kaution wurde auf jeweils 500.000 US-Dollar festgelegt.

Fall in New York sorgte für Aufsehen

Immer wieder sterben in den USA Kinder durch extreme Hitzeeinwirkung. Zuletzt hatte ein Fall aus dem Bundesstaat New York für Aufsehen gesorgt. Dabei stand ein Vater vor Gericht, der seine Zwillinge bei Außentemperaturen bis zu 30 Grad im Auto vergessen hatte. Die beiden Einjährigen kamen ums Leben.

Der Mann war unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und Totschlags angeklagt worden. Letztendlich strebte die zuständige Staatsanwältin jedoch keine Verurteilung deshalb mehr an. Es habe sich um einen tragischen, bedauerlichen Vorfall gehandelt, sagte sie demnach. Der Mann hatte sich zuvor im Prozess der fahrlässigen Gefährdung schuldig bekannt.

Die Mutter der Kinder hatte nach dem Tod der Zwillinge von einem “schrecklichen Unfall” gesprochen. Sie hatte gesagt, sie bräuchte ihren Mann nun an ihrer Seite, um alles gemeinsam zu überstehen. Zudem müssten sie sich um ihre anderen Kinder kümmern.

Icon: Der Spiegel