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Pharmakonzern nimmt Tests von Corona-Impfstoff wieder auf

Wenige Tage nach der Unterbrechung der klinischen Tests seines Corona-Impfstoffs hat der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca die Versuche wieder aufgenommen. Nachdem die zuständige Aufsichtsbehörde die Sicherheit bestätigt habe, seien die Tests des Impfstoffs AZD1222 am Menschen in Großbritannien wieder angelaufen, teilte das Unternehmen mit.

Am Mittwoch hatte AstraZeneca mitgeteilt, dass es die klinischen Tests “freiwillig ausgesetzt” habe, nachdem eine Probandin krank geworden sei. Woran die Patientin erkrankte, wurde nicht mitgeteilt. Anfang der Woche sagte ein AstraZeneca-Sprecher allerdings, dass eine Frau schwere neurologische Symptome entwickelt habe, die die Testpause veranlassten. Die New York Times zitierte eine “mit der Situation vertraute Person”, die von einer Erkrankung namens Transverse Myelitis ausgehe. Dabei handelt es sich um ein entzündliches Syndrom, das das Rückenmark befällt und häufig durch Virusinfektionen ausgelöst wird.

Zweite Unterbrechung in wenigen Monaten

Ein unabhängiges Expertengremium prüfte den Fall daraufhin. Ebenso wie AstraZeneca erklärte auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass eine solche Unterbrechung einer Testreihe eine Routinemaßnahme sei. In seiner Erklärung vom Samstag versicherte der Pharmakonzern, dass er sich der “Sicherheit von Testteilnehmern und den höchsten Standards bei klinischen Tests verpflichtet” fühle.

Die aktuelle Studie war bereits im Juli für mehrere Tage unterbrochen worden, nachdem ein Teilnehmer, der den Impfstoff erhalten hatte, neurologische Symptome entwickelt hatte. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen nicht diagnostizierten Fall von Multipler Sklerose handelte, der in keinem Zusammenhang mit dem Impfstoff stand.

Das Präparat von AstraZeneca zählt zu den weltweit neun potenziellen Impfstoffen gegen das neuartige Coronavirus, die sich bereits in der abschließenden Testphase III befinden. Der britisch-schwedische Konzern hat das Mittel zusammen mit der Oxford University entwickelt.

Abgesehen von den Tests in Großbritannien untersucht AstraZeneca die Wirkung von AZD1222 seit Ende August auch an 30.000 Freiwilligen in dutzenden US-Städten. Kleinere Probandengruppen gibt es außerdem in Brasilien und weiteren südamerikanischen Ländern. Die EU, die USA und andere Staaten haben mit dem Pharmakonzern bereits Liefervereinbarungen für den Impfstoff geschlossen.

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