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Psychische Erkrankungen bei Führungskräften: Im Puff darf man sich erwischen lassen

Die schlechte Nachricht vorweg: Gegen die zahlreichen Psychopathen, die in den Chefetagen von Unternehmen ihr Unwesen treiben, ist kein Kraut gewachsen. In den Geschäftsleitungen finden sich Studien zufolge etwa sechs Prozent dieser Spezies, während sie in der Gesamtbevölkerung bloß zwei Prozent ausmachen. Offenbar passt ihr starker innerer Trieb, Macht und Gewalt auszuüben, bestens in die Ellenbogenwelt des Managements.

Psychopathen zeichnen sich durch überbordende Selbstgewissheit aus, gepaart mit dem völligen Fehlen von Empathie. Um Menschen zum eigenen Vorteil zu lenken, können sie ohne Probleme lügen, betrügen, verraten, sogar Mitgefühl vorgaukeln. Gern spielen sie den Kümmerer, den Vertrauten, die Mutter Beimer. In Wahrheit aber sind ihnen die Probleme der Mitarbeiter ziemlich egal, denn Psychopathen verfügen über keinerlei soziales Verantwortungsgefühl.

Paart sich der Größenwahn mit Genialität, wie etwa bei Apple-Gründer Steve Jobs, kann es ein Manager mit psychopathischen Zügen weit bringen. Fehlt das Genie, wird es hässlich für die Untergebenen und gefährlich für die Firma.