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Räumung des abgebrannten Flüchtlingslagers Moria: Griechische Polizei bringt Flüchtlinge in neues Zeltlager


Räumung des abgebrannten Flüchtlingslagers Moria
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Griechische Polizei bringt Flüchtlinge in neues Zeltlager



Auf der Insel Lesbos ist ein griechischer Polizeieinsatz im Gange, um Tausende von Menschen aus Moria in das neue Flüchtlingslager zu bewegen.
Foto: AP/Petros Giannakouris

Kara Tepe Die griechische Polizei hat nach dem verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria weitere Migranten in das neue Zeltlager Kara Tepe überführt. Dies diene dem Schutz der öffentlichen Gesundheit, erklärte die Polizei.

Die griechische Polizei hat damit begonnen, Tausende durch den Brand des Lagers Moria obdachlos gewordene Flüchtlinge und Migranten in eine neue Unterkunft zu bringen. An der Aktion seien 70 Polizistinnen beteiligt, die Menschen überreden sollten, in das neue Lager bei Kara Tepe zu ziehen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Berichte über Gewalt gab es nicht.

Das notorisch überfüllte Lager in Moria auf der Insel Lesbos war vergangene Woche in Flammen aufgegangen, nach Polizeiangaben wegen Brandstiftung. Mehr als 1200 Menschen brauchten dringend eine Unterkunft. Der größte Teil von ihnen nächtigte am Rand einer Straße von Moria in die Inselhauptstadt Mytilene und errichtete Notbehausungen aus Decken, Laken, Schilf und Kartons.

Das neue Lager besteht aus großen Zelten für etwa 8000 Personen und ist an der Küste errichtet worden. Nach Angaben der UN-Flüchtlingsorganisation sind dort aber bislang nur circa 1100 Menschen eingezogen. Alle, die dort unterkommen, werden registriert und auf das Coronavirus getestet. „Dies ist eine Operation zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und mit einem klaren humanitären Ziel“, betonte die Polizei.

Zu der mutmaßlichen Brandstiftung in Moria war es gekommen, nachdem dort 35 Personen positiv auf das Virus getestet worden waren und die Behörden zusätzlich zu den schon gültigen Ausgangsbeschränkungen noch Isolierungen anordneten. In dem für 2700 Personen ausgelegten Lager lebten zum Schluss mehr als 12.500 Personen. Kritikern galt es als Symbol einer gescheiterten Migrationspolitik der EU.