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Reisen in der Coronakrise: Wohin in den Herbstferien?

In der Herbstsonne am Strand faulenzen oder in den Alpen wandern: Die Planungen für den nächsten Urlaub sind längst angelaufen. Nicht einmal mehr drei Wochen sind es noch, bis mit Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein am 5. Oktober die ersten Bundesländer in die Herbstferien starten. Die übrigen folgen bis Ende Oktober.

Spanien ist als Reiseziel bei den Herbsturlaubern gefragt – trotz Corona. “Es gibt noch viele Buchungen”, heißt es beim Reisekonzern TUI in Hannover. Die Kanaren sollten zudem bald wieder geöffnet werden. Auch Griechenland mit den Schwerpunkten Kreta, Korfu und Rhodos sei aktuell beliebt. Außerdem hoffen die Touristiker, dass viele Kunden auch noch Last-Minute-Urlaube buchen. Den größten Zuwachs verbucht TUI im Herbst allerdings für Reisen innerhalb Deutschlands. “Viele Menschen haben Wander- oder Sporturlaub in der Heimat gebucht – oder haben den Sommer übersprungen und sind gleich in den Herbst gegangen.”

Wer ins Ausland will, sollte vor der Abreise einen Blick auf die Online-Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) und auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes (AA) zum Reiseland werfen. Die pauschale Reisewarnung des Auswärtigen Amtes (AA) für fast alle gut 160 Länder außerhalb der EU und des Schengen-Raums wird am 30. September enden. “Ab Oktober kehren wir zu einem individuellen System für jedes Land zurück”, sagte eine AA-Sprecherin. Reisewarnungen für Länder mit Risikogebieten werde es weiter geben. Diese könnten auch aufgehoben werden, wenn es beispielsweise Quarantänebestimmungen gebe. Allerdings könne in einem solchen Fall dringend von Reisen abgeraten werden.

In der RKI-Liste wird immer wieder aktualisiert, welche Länder für deutsche Urlauber als Risikogebiete gelten – mit entsprechender Quarantänepflicht bei Rückkehr. “Ein Land wird nicht mehr als Risikogebiet eingestuft, wenn ein stabiler epidemiologischer Trend mit Unterschreiten der Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro Woche vorliegt”, erläutert das Gesundheitsministerium. Neben der bloßen Zahl fließen weitere Faktoren ein, die gemeinsam mit dem Innen- und dem Außenministerium bewertet werden: etwa Art und Ausmaß von Ausbrüchen und Krisenmaßnahmen zur Corona-Eindämmung wie Tests.

Und was ist im Herbsturlaub überhaupt möglich? Während in Deutschland die Corona-Lage vergleichsweise entspannt ist, wappnen sich einige europäische Urlaubsländer angesichts steigender Infektionszahlen mit neuen Regeln und Auflagen. Ein Überblick, welche Reiseziele gefragt sind und was es in den Ländern zu beachten gilt:

Spanien

Nach wie vor zählt Spanien zum Risikogebiet. Doch auf der bei vielen Deutschen besonders beliebten Urlaubsinsel Mallorca hoffen Hoteliers, Reiseveranstalter und Gastwirte auf die baldige Rückkehr der Touristen. Obwohl es derzeit kaum Urlauber auf “Malle” gibt, waren nach Angaben der Branche zuletzt 230 Hotels weiter in Betrieb. Immerhin rund 28 Prozent des Gesamtbestands.

Am Wochenende musste die Insel jedoch einen herben Rückschlag hinnehmen: Infektionszahlen, die auf Mallorca zunächst Hoffnungen auf eine Rückkehr der Touristen aus Deutschland wecken ließen, erwiesen sich als falsch. Schuld war eine technische Panne, deretwegen tagelang für die Balearen sehr niedrige Infektionszahlen gemeldet worden waren.

Auch die Kanarischen Inseln, die von Berlin als letzte Region Spaniens auf die “schwarze Liste” der Gebiete mit Reisewarnung gesetzt worden waren, kämpfen noch mit Zahlen zwischen 80 und 90 Infektionen pro 100.000 Einwohnern – für sie hellte sich die Lage zuletzt aber etwas auf.

Die spanische Außenministerin Arancha González Laya gab bekannt, man habe mit Großbritannien, Deutschland und skandinavischen Ländern Verhandlungen über die Errichtung von sogenannten Sicherheitskorridoren zu den Inseln im Mittelmeer und im Atlantik aufgenommen. Sie sei optimistisch, dass die Gespräche “Früchte tragen werden”. “Nicht schon diese Woche, weil die Gespräche erst aufgenommen wurden.” Man werde aber “unweigerlich Formen finden müssen, um mit der Pandemie zusammenzuleben”.

Italien

Nach sehr geringen Infektionszahlen im Juni und Juli ist die Zahl der Coronafälle auch in Italien zuletzt wieder gestiegen. Am 4. September wurden 1733 neue Fälle gemeldet und damit so viele wie seit Anfang Mai nicht mehr. Zwar verzeichnet Italien längst nicht so viele Neuinfizierte wie beispielsweise Spanien oder Frankreich, nach Angaben des Gesundheitsministeriums steigen die Zahlen aber seit sechs Wochen im Durchschnitt konstant an.

In Italien gelten weiter Regeln wie eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und nachts auch auf Plätzen. Einreisebeschränkungen gibt es für die meisten EU-Länder dagegen nicht. Seit Montag gilt für die beliebte Ferieninsel Sardinien die Pflicht, bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorzuweisen oder sich nach Ankunft testen zu lassen.

Griechenland und Zypern

Im Gegensatz zu anderen Destinationen verzeichnen Griechenland und Zypern weiter niedrige Corona-Zahlen. Die Einreise aus Deutschland ist erlaubt, allerdings müssen Reisende sich mindestens 48 Stunden vor Reisebeginn auf Internetseiten anmelden und angeben, von wo sie kommen. (Hier finden Sie die Anmeldungs-Webseiten für Griechenland und Zypern.) Außerdem werden Einreisende an Flughäfen und Häfen stichprobenartig Corona-Tests unterzogen.

Maskenpflicht herrscht in beiden Ländern in geschlossenen Räumen – etwa in Banken oder Supermärkten. In stärker frequentierten Regionen können die Regeln jedoch auch verschärft werden: So gilt in Athen und Thessaloniki oder auf Kreta Maskenpflicht sogar im Freien, Bars und Restaurants müssen dort um Mitternacht schließen.

Schweiz

In der Schweiz klettert die Zahl der Corona-Infektionen seit Mitte Juni. Das AA warnt zurzeit vor nicht dringend notwendigen touristischen Reisen in die Kantone Genf und Waadt (Vaud) – sie gelten als Risikogebiete, damit müssen Menschen aus diesen Regionen bei der Einreise nach Deutschland einen PCR-Test machen lassen sowie gegebenenfalls Quarantäne einhalten.

Angesichts steigender Fallzahlen hat die Schweiz ebenfalls ihre Einreisebestimmungen neu justiert. Nun müssen Einreisende aus weltweit 50 Ländern und Regionen in eine zehntägige Quarantäne. Dazu zählen etwa Spanien, Kroatien und seit Montag auch das österreichische Bundesland Wien. Auch nach einem negativen PCR-Test kann die Quarantänepflicht nicht aufgehoben oder verkürzt werden.

Wer aus Deutschland kommt, ist von den Einschränkungen bisher nicht betroffen. Sollten die Fallzahlen hierzulande weiter steigen, soll Deutschland – wie alle Nachbarländer – nicht als Ganzes, sondern nur einzelne Regionen auf die Risikoliste gesetzt werden. Darüber hinaus können Menschen aus Nachbarland-Regionen entlang der Schweizer Grenze ausnahmsweise von der Quarantänepflicht ausgenommen werden.

Österreich

In der Alpenrepublik sind die Zahlen der Neuinfektionen jüngst dramatisch gestiegen, vor allem im Bundesland Wien. Deshalb gilt seit Montag landesweit in Geschäften wieder eine Maskenpflicht. Auch für Veranstaltungen außen und innen wurden die Bedingungen deutlich verschärft. Die Regeln für die Ein- und Durchreise aus Deutschland sind von den neuen Maßnahmen nicht betroffen. Sie ist problemlos möglich.

Nur wer in den zehn Tagen davor in einer in Österreich als Corona-Risikogebiet geltenden Region war, muss für die Einreise, sofern er einen Aufenthalt im Land plant, einen negativen PCR-Test nachweisen oder in Quarantäne. An den Grenzen zu Deutschland, Ungarn, Slowenien und Italien wird stichprobenartig kontrolliert.

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