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Roger Akelius: “Ich habe zu viel Geld in meinem Leben verdient”

Die Aussicht ist eines Immobilien-Investors würdig: Zum Video-Interview meldet sich Roger Akelius aus einem Zimmer mit Meerblick. Er sei gerade auf einer Insel vor Göteborg, erzählt der 75-jährige Schwede, in Sichtweite von Kreuzfahrtschiffen, die wegen der Corona-Pandemie gestrandet seien.

Exklusive Wohnlagen verspricht auch der von Akelius gegründete und nach ihm benannte schwedische Immobilienkonzern. Dem Unternehmen gehören weltweit rund 45.000 Wohnungen, Berlin ist sein wichtigster Markt.

Doch Akelius’ Image in Deutschland ist schlecht. Der Konzern ist bekannt für preistreibende Luxussanierungen, die viele Altmieter als Bedrohung erleben. Zudem hat Akelius den Ruf eines Steuervermeiders – wegen seiner Firmenstruktur, aber auch wegen sogenannter Share Deals, die in Berlin kürzlich sogar zu einer Anzeige führten.

Roger Akelius weist die Vorwürfe zurück. Er kommt aus einfachen Verhältnissen, seine Eltern stellten in einer Molkerei Käse her. Sein Milliardenvermögen habe er ohne Steuertricks angehäuft, betont Akelius nach dem Interview noch einmal per E-Mail. Sein Unternehmen biete schlicht “Produkte und Dienstleistungen, welche die Kunden mögen”.