Spiegel

Roy-Black-Statue vor dem “Schloss am Wörthersee”: “In Gedanken immer noch da”

Die Blaskapelle sitzt auf orangefarbenen Plastikstühlen auf der Straße vorm Schlosshotel in Velden und spielt “Is this the Way to Amarillo?” Vor den Musikern steht Uschi Glas und wippt begeistert mit. Sie strahlt, so wie sie immer schon gestrahlt hat, und mit ihr strahlt die Sonne an diesem sommerlichen Septembertag am Wörthersee. Am Anleger dümpeln geputzte Motorboote ­– der See ist so klar, dass man das Wasser beim Schwimmen trinken kann. 

Es ist ein großer Tag für die Urlaubsregion. Eigentlich hätte er schon im Mai begangen werden sollen, aber dann kam Corona. Und nun findet die Feier zum 30. Jubiläum der Fernsehserie “Ein Schloss am Wörthersee” eben an diesem Sonntag statt. “Die Serie war die beste Werbung, die wir uns wünschen konnten”, sagt der Bürgermeister. Das lag auch an dem Mann, den die Welt als Roy Black kennt. Eigentlich hieß er Gerhard Höllerich: Aus seinem schwarzen Haar und seiner Verehrung für Roy Orbison entstand der Künstlername.

Zwei Staffeln lang spielte Black den Hoteldirektor in der Serie, die die Schlagerstars der Sechziger und Siebziger zurück vor die Kamera holte. Als man den 48-Jährigen im Herbst 1991 tot in einer Fischerhütte fand, war das ein nationaler Schock. Großmütter und Mütter bekamen feuchte Augen. Ihr Held – verloren. Die Versprechen, von denen er sang – nicht eingehalten. Uschi Glas – die einfach so heißt, wie sie heißt – übernahm daraufhin in der dritten Staffel Blacks Rolle.