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Schalke-Boss: Clemens Tönnies tritt von allen Ämtern zurück

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Clemens Tönnies tritt von allen Ämtern zurück



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Das ist Clemens Tönnies
Foto: dpa/Guido Kirchner

Gelsenkirchen Clemens Tönnies tritt als Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04 zurück. Damit ist er möglicherweise einer Entmachtung in dem Gremium zuvor gekommen. Die Kritik gegen den Fleischunternehmer aus dem ostwestfälischen Rheda war immer lauter geworden.

Clemens Tönnies ist von seinem Amt als Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04 zurückgetreten. Das hat der Verein bestätigt. Tönnies ist damit möglicherweise einer Entmachtung im Kotrollgremium zuvor gekommen. Für heute Abend war eine Sitzung anberaumt, darin sollte es auch um die Zukunft des 64-Jährigen gehen. In einer Stellungnahme des Vereins heißt es: „19 Jahre lang war Clemens Tönnies Vorsitzender des Schalker Aufsichtsrats: Am Dienstag, den 30. Juni, teilte der 64-jährige Unternehmer dem Verein mit, dass er mit sofortiger Wirkung von diesem Amt zurücktritt und das Gremium verlässt.“



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So reagiert das Netz auf den Rücktritt von Tönnies
Foto: dpa/Fabian Strauch

Die Vorstände Alexander Jobst und Jochen Schneider sagen: „Als Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats hat Clemens Tönnies ganz entscheidenden Anteil daran, dass sich der FC Schalke 04 in den vergangenen 26 Jahren als eines der sportlichen und wirtschaftlichen Schwergewichte in der Bundesliga etabliert hat. Sein internationales Netzwerk, sein ausgeprägter Unternehmergeist und sein leidenschaftliches Engagement haben unseren Verein in besonderer Weise geformt. Clemens Tönnies stand für uns im Vorstand jederzeit als wertvoller Ratgeber und Ansprechpartner zur Verfügung. Wir wissen, wie schwer ihm diese Entscheidung gefallen ist, daher gebührt ihr unser höchster Respekt.“

Dr. Jens Buchta, Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats des FC Schalke 04: „Wir als Aufsichtsrat des FC Schalke 04 bedauern die Entscheidung von Clemens Tönnies sehr. Er hat das Gremium als Vorsitzender in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten mit seiner Mischung aus Bodenständigkeit und Dynamik geprägt, immer wieder war er der Motor, der wegweisende Prozesse angestoßen und federführend begleitet hat. Er wird mit seiner Erfahrung und Expertise in seiner Rolle als Aufsichtsratsvorsitzender schwer zu ersetzen sein.“

Tönnies stand bereits seit Monaten in der Kritik. Im vergangenen Jahr hatte er nach einer rassistischen Äußerung sein Amt für mehrere Monate ruhen lassen müssen. Nach dem Ausbruch zahlreicher Corona-Fälle in seinem Fleischunternehmen in Rheda stand er abermals im Blickpunkt. Verschiedene Fan-Vertretungen hatten Tönnies unlängst zum Rucktritt aufgefordert. Er sitzt neben seinem Aufsichtsratsmandat auch im Schalker Wirtschaftsausschuss und im Eilausschuss für sportliche Entscheidungen.

Tönnies stand seit 2001 an der Spitze des Aufsichtsrats. Er hatte sich immer wieder ins operative Geschäft eingemischt. In der Praxis wurde dort nur umgesetzt, was vorher von Tönnies auch abgesegnet wurde.