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Ski-Alpin-Telegramm 2020/21: DSV-Duo gelingt „solider“ Start in Weltcup-Saison


Ski-Alpin-Telegramm 2020/21
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DSV-Duo gelingt „solider“ Start in Weltcup-Saison



Stefan Luitz.
Foto: dpa/Giovanni Auletta

Düsseldorf Die Weltcup-Saison der alpinen Skirennfahrer startet wegen der Corona-Krise in diesem Jahr früher. Am 17. Oktober geht es in Sölden los. In unserem Telegramm halten wir Sie über alles Wichtige während der Ski-Alpin-Saison auf dem Laufenden.

Stefan Luitz zuckte entschuldigend mit den Schultern, Alexander Schmid schnaufte etwas enttäuscht aus. Deutschlands beste Riesenslalom-Fahrer haben zum ungewöhnlichen Corona-Start in die neue Weltcup-Saison die vorderen Plätze zwar verpasst. Die Hoffnung auf einen erfreulichen Winter aber ist nach zwei Top-15-Rängen in Sölden da. „Es fehlt nicht viel“, resümierte deshalb Bundestrainer Christian Schwaiger am Sonntag. Beim Überraschungscoup des norwegischen Youngsters Lucas Braathen wurde Luitz im Ötztaler Geisterrennen 14. ( 1,80 Sekunden), eine Position dahinter landete Schmid ( 1,82).

„Das war ein Schritt in die richtige Richtung“, meinte Luitz. Er hatte nach einem großteils vermasselten Winter 2019/20 angekündigt, in dieser WM-Saison wieder aggressiver und mutiger fahren zu wollen. Sein Vorhaben aber setzte er nach einem viel zu zaghaften ersten Lauf erst im Finale um und machte dabei immerhin noch neun Plätze gut. „Aber ich bin immer noch sehr enttäuscht vom ersten Durchgang.“

Bei Schmid war es andersrum. Dem Allgäuer gelang bei Top-Bedingungen samt prächtigem Sonnenschein auf dem Rettenbachgletscher ein starker erster Lauf. Im entscheidenden Durchgang patzte er etwas und fiel zurück. „Ich nehm das Positive mit“, sagte er. „Ich weiß, dass ich schnell Skifahren kann. Ich habe gemerkt, dass etwas vorwärts geht.“ Coach Schwaiger zeigte sich „zufrieden“ nach einem „soliden“ Auftakt.

Zum Podium aber fehlten dem deutschen Duo fast eineinhalb Sekunden. Der 20-jährige Norweger Braathen feierte in seinem erst 22. Weltcup den großen Triumph und zugleich den ersten Podestrang. Hinter dem zweitplatzierten Marco Odermatt raste dessen Schweizer Teamkollege Gino Caviezel ebenfalls erstmals in seiner Karriere in die Top drei.



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Das ist der DSV-Kader im Ski Alpin der Herren
Foto: dpa/Georg Hochmuth

Ebenso wichtig wie der sportliche Neustart war in Sölden das Signal, dass in der Corona-Pandemie alpiner Wintersport möglich ist. So haben es sich der Weltverband Fis und die österreichischen Ausrichter vorgestellt: strenge Hygieneregeln, Abstandsvorgaben, vier unterschiedliche „Blasen“ möglichst ohne Kontakte zueinander, keine Zuschauer. Und am Ende spannende Rennen, fast so wie früher.

„Man muss zeigen, dass man mit dem Thema umgehen kann“, meinte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier am Sonntag. „Und so, wie sie es gemacht haben, haben sie eindeutig unter Beweis gestellt, dass man auch so mit dem Thema umgehen kann. Wir haben uns adaptiert.“



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Das ist der DSV-Kader im Ski Alpin der Damen
Foto: dpa/Marco Tacca

Diese Anpassung war umfangreich. In Sölden etwa, wo normalerweise zigtausende Fans die erste große Après-Ski-Sause der Saison feiern, war von Partystimmung nichts zu spüren. „Ein bisschen eine traurige Stimmung“, sagte Maier, „wenn man weiß, was das hier immer für ein cooles Skifest war“. Vor allem der Geräuschpegel an der Piste stach heraus. „Man hört jedes Wort, so wie zuletzt in den Fußballstadien. An die Stille des Berges wird man sich gewöhnen müssen“, fand er.

Und auch daran, dass der Riesenslalom der Damen nach dem Rücktritt von Olympiasiegerin und Erfolgsgarantin Viktoria Rebensburg keine aussichtsreiche deutsche Disziplin mehr ist. Im ersten Event nach der Ära von Rebensburg, die in elf Weltcup-Wintern 14 Siege und 20 weitere Podestplätze in der Disziplin eingefahren hatte, verpassten alle vier deutschen Starterinnen die Top 30 und damit das Finale.



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Das ist der DSV-Kader im Ski Alpin der Herren
Foto: dpa/Georg Hochmuth

Beim Sieg von Marta Bassino aus Italien vor Teamkollegin Federica Brignone und Weltmeisterin Petra Vlhova aus der Slowakei kam Lena Dürr nur auf den 38. Platz. Noch weiter dahinter landeten Weltcup-Debütantin Lisa Loipetssperger (50.), Jessica Hilzinger (51.) und Andrea Filser (54.). „Das ärgert mich“, sagte Dürr. „Ich hatte natürlich gehofft, schöner in die Saison zu starten.“ Aber immerhin wurde gestartet – und das ist in diesen Corona-Zeiten schon etwas.

18. Oktober 2020

Luitz und Schmid verpassen Top 10 beim Weltcup-Auftakt in Sölden

Die deutschen Ski-Rennläufer Stefan Luitz und Alexander Schmid haben die angestrebte Top-Platzierung beim Weltcup-Auftakt in Sölden verpasst. Beim Überraschungssieg des jungen Norwegers Lucas Braathen belegte der Allgäuer Luitz mit einem Rückstand von 1,80 Sekunden den ordentlichen 14. Platz knapp vor Schmid (15./ 1,82).



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Ski-Alpin-Termine der Herren
Foto: dpa/Angelika Warmuth

“Das war ein großer Schritt in die richtige Richtung”, sagte Luitz (Bolsterlang) über seine Steigerung im Finale, in dem er sich um zehn Plätze verbesserte: “Ich habe versucht, wieder normal Ski zu fahren. Aber ich bin immer noch sehr enttäuscht von meinem ersten Durchgang.” Da sei er “zu viel in der Gegend rumgefahren. So gewinnt man gar nichts da runter.”

Schmid (Fischen) war “im Großen und Ganzen echt sehr zufrieden mit meinem Skifahren”. Eine bessere Platzierung verspielte er mit einem Patzer bei der Ausfahrt aus dem Steilhang ins Flache. “Da muss man einfach alles riskieren, leider Gottes habe ich ein Tor zu früh Druck gegeben”, sagte er. Fabian Gratz verpasste beim zweiten Weltcup-Start als 40. das Finale klar.

Das 20 Jahre alte Ausnahmetalent Braathen setzte sich knapp vor Marco Odermatt (Schweiz/ 0,05) durch. Dritter wurde dessen Teamkollege Gino Caviezel ( 0,46).

17. Oktober 2020



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Ski-Alpin-Termine der Damen
Foto: dpa/Gabriele Facciotti

Marta Bassino gewinnt Weltcup-Auftakt in Sölden – DSV-Quartett verpasst Top 30

Als die besten Skirennfahrerinnen um den Auftaktsieg dieser außergewöhnlichen Corona-Saison fuhren, war das deutsche Team schon auf dem Heimweg vom Rettenbachgletscher. Mit einer befürchteten Nullnummer haben die DSV-Sportlerinnen diesen Ausnahmewinter und eine neue Weltcup-Phase nach dem Rücktritt von Viktoria Rebensburg eingeläutet. Beim Sieg der Italienerin Marta Bassino im Riesenslalom von Sölden verpassten die vier deutschen Starterinnen am Samstag allesamt die Top 30 und damit die Qualifikation für das Finale.

Neben der punktlosen Vorstellung sorgten auch das notwendige Hygiene- und Vorsichts-Drumherum im Ötztal für wenig Euphorie bei allen Beteiligten. Keine Zuschauer, so wenig Kontakte wie möglich, ständige Kontrollen: Von einer Wintersport-Party wie in all den Jahren zuvor war in Sölden diesmal überhaupt nichts zu spüren. „Ein bisschen eine traurige Stimmung“, sagte der deutsche Alpin-Chef Wolfgang Maier, „wenn man weiß, was das hier immer für ein cooles Skifest war.“

Aber an diese Bedingungen muss sich die alpine Ski-Familie gewöhnen, schließlich geht es darum, in der immer schwierigeren Corona-Lage in Europa überhaupt Rennen fahren zu können. Routinier Maier hob vor allem den völlig ungewohnten Geräuschpegel an der Piste heraus. „Man hört jedes Wort, so wie zuletzt in den Fußballstadien. An die Stille des Berges wird man sich gewöhnen müssen“, sagte der Funktionär.

Für das sportliche Abschneiden sollte das aber keine Rechtfertigung sein, schließlich hätten sich für die Fahrerinnen die Abläufe am Renntag auch in Pandemiezeiten kaum geändert. „Das ärgert mich“, haderte Lena Dürr nach ihrem 38. Rang im ersten Lauf, durch den sie nicht mehr im Finale antreten durfte. „Ich hatte natürlich gehofft, schöner in die Saison zu starten“, sagte die 29-jährige Münchnerin.

Wie auch Weltcup-Debütantin Lisa Loipetssperger (50./ 5,61), Jessica Hilzinger (51./ 6,24) und Andrea Filser (54./ 6,37) agierte Dürr auf dem steilen und schwierigen Hang von Sölden nicht mutig genug. „Sie waren viel zu vorsichtig für die Verhältnisse, sind zu wenig Risiko und Attacke gegangen. Dann bist du nicht dabei“, resümierte Maier nach dem ersten Damen-Riesenslalom ohne Punkte seit fast zwei Jahren.



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Das sind die Disziplinen im Ski Alpin
Foto: dpa/Alessandro Trovati

Der Deutsche Skiverband (DSV) setzt nun auf seine Talente, nachdem die 31-jährige Rebensburg – die in Sölden bereits gewonnen hatte – Anfang September überraschend in die Ski-Frührente ging. „Wichtig ist, dass der Jugend die Zukunft gehört“, betonte Bundestrainer Jürgen Graller. „Die müssen auf die Weltcup-Bühne.“ Bei der erst 20 Jahre alten Loipetssperger habe man nach „wirklich guten“ Trainings auch im Rennen „ansatzweise gesehen, dass sie dazugehört.“

Zur Weltklasse klafft aber freilich noch eine große Lücke. „Die Etablierten sind die Etablierten, die fahren einfach gut“, sagte Maier. Bassino setzte sich mit 0,14 Sekunden vor ihrer Teamkollegin und letztjährigen Weltcup-Gesamtsiegerin Federica Brignone durch. Weltmeisterin Petra Vlhova aus der Slowakei wurde Dritte ( 1,13).

Am Sonntag (10.00/13.15 Uhr) sind die Herren mit den deutschen Hoffnungsträgern Stefan Luitz und Alexander Schmid an der Reihe.

17. Oktober 2020

DSV-Quartett verpasst Top 30

Die deutschen Ski-Damen haben zum Start in die neue Weltcup-Saison eine befürchtete Nullnummer kassiert. Im ersten Rennen nach dem Rücktritt von Erfolgsfahrerin Viktoria Rebensburg verpassten die vier Starterinnen des Deutschen Skiverbandes am Samstag beim Riesenslalom in Sölden die Qualifikation für den zweiten Durchgang. Lena Dürr kam bei dem Event unter massiven Corona-Vorsichtsmaßnahmen und ohne Zuschauer im ersten Lauf nur auf Rang 38 und hatte 4,74 Sekunden Rückstand auf die führende Italienerin Marta Bassino.

Weltcup-Debütantin Lisa Loipetssperger (50./ 5,61), Jessica Hilzinger (51./ 6,24) und Andrea Filser (54./ 6,37) kamen ebenfalls nicht in die Top 30, die im entscheidenden zweiten Durchgang ab 13.00 Uhr (ZDF und Eurosport) um den Auftaktsieg dieses Winters fahren. Am Sonntag (10.00/13.15 Uhr) sind die Herren mit den deutschen Hoffnungsträgern Stefan Luitz und Alexander Schmid an der Reihe.

17. Oktober 2020

DSV-Präsident Steinle im Amt bestätigt

ranz Steinle bleibt Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV). Die Vertreter der 20 Landesverbände sprachen dem 70 Jahre alten Juristen für weitere vier Jahre ihr Vertrauen aus. Ebenfalls ohne Gegenstimme bestätigt wurden die Vizepräsidenten Miriam Vogt, Heiko Krause und Tobias Angerer sowie Schatzmeister Jörg Flechtner.

“Die Aufgaben und Herausforderungen, die wir als Spitzenverband in den kommenden Monaten und Jahren bewältigen müssen, sind enorm. Das wird uns nur dann gelingen, wenn wir wie in den vergangenen Jahren unser Knowhow und alle Kräfte bündeln”, sagte Steinle, der in seine dritte Amtszeit geht.

Steinle steht seit Dezember 2013 an der Spitze des DSV. Damals hatte er die Nachfolge von Alfons Hörmann angetreten, der seither dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vorsteht.

17. Oktober 2020

Skispringerin Gianina Ernst beendet mit 21 Jahren ihre Karriere

Die Skispringerin Gianina Ernst hat mit gerade einmal 21 Jahren ihre Karriere beendet. Das teilte die Sportlerin am Samstagmorgen auf Instagram mit. „Aufgrund meiner mittlerweile doch schon langen Verletzungsgeschichte ist es mir nicht mehr möglich, auf die Schanze zurückzukehren“, schrieb Ernst, die im Dezember 2018 einen Kreuzbandriss erlitt und seither nicht mehr richtig in die Spur fand. Sie wolle nun in Zürich Psychologie studieren. Ernst war bei der Olympia-Premiere der Skispringerinnen 2014 im russischen Sotschi als 15-Jährige am Start und belegte damals den 28. Rang.

16. Oktober 2020

Positive Corona-Tests vor Weltcup-Auftakt in Sölden

Einen Tag vor dem alpinen Weltcup-Auftakt in Sölden sind positive Corona-Tests bekannt geworden. Einem schwedischen Trainer sei eine Infektion nachgewiesen worden. Das sagte der Teamchef der Skandinavier, Lars Melin, dem schwedischen Sender SVT Sport. Der Coach Ola Masdal befinde sich in Quarantäne. Ein weiterer Trainer, der mit Masdal im Skilift gefahren sei, wurde untersucht.

Rennchef Markus Waldner sagte der Nachrichtenagentur APA am Freitag, dass es Fälle in zwei Teams gegeben habe. Um welche Teams es sich handele, präzisierte er nicht. Die betroffenen Personen seien bereits am Donnerstag getestet und danach isoliert worden. Die Austragung der beiden Riesenslaloms am Samstag und Sonntag sei nicht in Gefahr.

15. Oktober 2020

DSV tritt zum Saisonstart in Sölden nur mit kleinem Team an

Nach zahlreichen Rücktritten wie jenem von Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg hat der Deutsche Skiverband (DSV) für den Weltcup-Auftakt der alpinen Ski-Rennläufer ein kleines und zum Teil unerfahrenes Team nominiert. Bei den Frauen gehen im Riesenslalom am Samstag im österreichischen Sölden Lena Dürr (Germering), Andrea Filser (Wildsteig), Jessica Hilzinger (Oberstdorf) und Lisa Loipetssperger (München) an den Start. Am Sonntag bestreiten Stefan Luitz (Bolsterlang), Alexander Schmid (Fischen) und Fabian Gratz (Altenau) den Riesenslalom der Männer.”Unseren jungen Sportlern bietet sich nun die Chance, in die Fußstapfen ihrer Vorgänger zu treten. Das Potenzial in den Mannschaften ist vorhanden”, betonte Alpinchef Wolfgang Maier. Neben Rebensburg hatten unter anderem die Weltcup-Routiniers Fritz Dopfer, Dominik Stehle und Veronique Hronek im Sommer ihre Karrieren beendet. Einige potenzielle Starterinnen fallen derzeit außerdem wegen Verletzungen oder deren Nachwirkungen aus.Beim Weltcup-Auftakt auf dem Rettenbachgletscher sind wegen der Corona-Pandemie keine Zuschauer zugelassen. Darüber hinaus wurden die beiden Rennen um eine Woche vorverlegt, um damit den Ski-Touristen aus dem Weg zu gehen.