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Solingen: Döpfner räumt Fehler zu “Bild”-Berichterstattung ein

Springer-Chef Mathias Döpfner hat den Fehltritt der “Bild”-Berichterstattung zu den getöteten Kindern in Solingen eingeräumt. “Wir haben Fehler gemacht bei Axel Springer. ‘Bild’ hat WhatsApp-Nachrichten eines Kindes, das überlebt hat, in einem Artikel eins zu eins veröffentlicht. Wir haben den Schutz von Minderjährigen in diesem Fall eindeutig missachtet”, sagte Döpfner als Präsident des Zeitungsverlegerverbands BDZV am Dienstag auf dessen Kongress.

Andere Medien hätten zu Recht diese Grenzüberschreitung kritisiert, betonte Döpfner. “Manche, obwohl sie selbst auch ausführlich aus den privaten Nachrichten des Jungen zitiert hatten. ‘Bild’ zog den Artikel schnell zurück. Und auch andere Medien haben ihre Berichte angepasst.” Der Vorstandsvorsitzende des Springer Verlags führte weiter aus, dass man intern viel und sehr kritisch über diesen Vorgang diskutiert habe.

“Werte im Spannungsfeld”

“Wir wollen und wir müssen das in Zukunft besser machen. Vielleicht kann ja dieser Fall Anlass sein für eine breite Debatte über Standards und Werte im Spannungsfeld zwischen der Freiheit der Presse auf der einen Seite und dem berechtigten Schutz von Persönlichkeitsrechten.”

Matthias Döpfner ist seit Juli 2016 Präsident des Verbandes der Zeitungsverleger und war bei seiner Wiederwahl am Montag einstimmig bestätigt worden. Einzelne Stimmen hatten gefordert, im Vorfeld der Wahl gegen die journalistischen Methoden der “Bild”-Zeitung zu protestieren. Trotz der harschen Kritik hatte es am Montag jedoch keine Gegenstimme gegeben.

Anfang September waren in einer Wohnung im nordrhein-westfälischen Solingen fünf tote Kinder gefunden worden. Die 27 Jahre alte Mutter steht unter Verdacht, sie getötet zu haben. Nur ihr elfjähriger Sohn blieb am Leben. “Bild” wurde massiv kritisiert, weil die Zeitung aus den Chatnachrichten des Jungen, die er nach dem Tod der Geschwister geschrieben hatte, zitiert hatte.

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