Jungefreiheit

Täter rief „Allahu Akbar!“Paris: Mann bei mutmaßlichem Terroranschlag enthauptet

PARIS. Nach der Enthauptung eines Mannes bei Paris ermittelt die Polizei wegen eines möglichen Terroranschlags. Die Tat ereignete sich am Freitag nachmittag in der Nähe einer Schule in Conflans-Sainte-Honorine nordwestlich von Paris. Bei dem Opfer handelt es sich laut verschiedener Medien um einen Geschichtslehrer, der mit seinen Schülern das Thema Meinungsfreiheit behandelt und dabei auch Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed gezeigt haben soll.

Laut Augenzeugen rief der 18 Jahre alte Täter während des Mordes „Allahu Akbar!“ (Allah ist groß!). Wie die Zeitung Le Parisien berichtet, soll er in Rußland geboren sein. Als er wenige Minuten nach der Tat Polizisten angriff, wurde er von den Beamten erschossen. In anderen Berichten hieß es zunächst, er sei nur schwer verletzt worden.

Zahlreiche islamische Anschläge in vergangenen Jahren

Erst vor drei Wochen hatte ein Islamist zwei Journalisten vor dem ehemaligen Redaktionsgebäude der französischen Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo in Paris mit einer Machete angegriffen und verletzt.

Kurz zuvor hatte in der französischen Hauptstadt der Prozeß gegen 14 mutmaßliche Komplizen und Hintermänner der tödlichen Anschläge auf die Charlie Hebdo-Redaktion von 2015 begonnen. Damals waren mehrere Islamisten mit Sturmgewehren in das Redaktionsgebäude eingedrungen und hatten dort das Feuer auf die Mitarbeiter und einen Sicherheitsmann eröffnet. Dabei wurden elf Personen getötet. Als Motiv für die Tat galt die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen durch Charlie Hebdo.

Anläßlich des Beginns des jetzigen Prozesses hat das Magazin die Karikaturen in einem Sonderheft erneut abgedruckt. Seit 2015 wurden bei islamistischen Anschlägen in Frankreich 258 Menschen getötet. Der Geschichtslehrer aus Conflans-Sainte-Honorine wäre, sollte es sich bei der Tat um einen islamischen Terrorakt handeln, das 259 Opfer. (krk)