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Tod von Breonna Taylor: Angeklagter Polizist plädiert auf nicht schuldig

Der im Zusammenhang mit dem Tod von Breonna Taylor angeklagte Polizist hat vor Gericht in den USA auf unschuldig plädiert. Gegen den Mann war wegen fahrlässiger Gefährdung des Lebens anderer Anklage erhoben worden, nachdem er im März mit zwei weiteren Beamten die Wohnung von Taylors Freund bei einer Drogenrazzia gestürmt hatte. Die unbeteiligte Taylor war durch Kugeln der Polizisten getötet worden.

Als einziger war jedoch der Beamte angeklagt worden, der nicht die Rettungssanitäterin, sondern die Wand der Nachbarwohnung getroffen hatte. Gegen seine beiden Kollegen war kein Verfahren eingeleitet worden. Die Ermittler seien zu dem Schluss gekommen, dass die beiden anderen Polizisten sich selbst verteidigt hätten, hieß es. Daraufhin war es in Louisville, Kentucky zu schweren Ausschreitungen gekommen.

Der in drei Punkten angeklagte Polizist war zunächst verhaftet, im Juni aber wieder auf freien Fuß gelassen worden. Er trug sein Plädoyer nun bei einer Telefonkonferenz vor dem Bezirksgericht von Jefferson County vor. Bei einer Verurteilung droht ihm für jedes der Vergehen fünf Jahre Haft.

Weltweite Empörung

Weltweit sorgte der Fall für Empörung. Bei den Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze nach dem Tod von George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai wurden immer wieder auch Taylors Bild gezeigt und ihr Name genannt. Taylor wurde eines der Gesichter der Black-Lives-Matter-Proteste.

Prominente wie die Sängerin Beyoncé, Moderatorin Oprah Winfrey, Basketballstar LeBron James oder Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton forderten Gerechtigkeit für Taylor. Mitte September einigte sich Taylors Familie mit der Stadt Louisville auf eine Entschädigungszahlung von zwölf Millionen Dollar, um den zivilen Rechtsstreit beizulegen. Zudem sehe eine Vereinbarung verbindliche Reformen der Polizeibehörde in Louisville vor, hatte Bürgermeister Fischer gesagt.

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