Spiegel

Umgang mit Rechtsextremen: Wie ich unfreiwillig Urlaub mit Neonazis machte

Ein Kampfpanzer der Wehrmacht durchbrach die friedliche Stimmung auf dem Kinderbauernhof. “Pz. Kpfw. VI Tiger – bester Panzer der Welt” – so erinnere ich mich an das T-Shirt eines Feriengastes. Der Anblick traf mich wie ein Schlag.

Es war ein Sommerabend. Am Vortag war ich mit meiner Frau und unserem sechsjährigen Sohn angereist. Auf einem Bauernhof wollten wir eine Woche Urlaub machen. Ponyreiten, Paddeltour, in den Pool springen – und einfach ausspannen: Das war der Plan. Womit wir überhaupt nicht gerechnet haben: dass wir den Hof mit rechtsextremen Urlaubern teilen müssten.

Die waren ein Tag nach uns angereist, zwei auf den ersten Blick recht unscheinbare Familien mit vier Kindern. Das Problem: Auf Abstand gehen – und zwar nicht allein aufgrund des Coronavirus – funktionierte in diesem Fall nicht. Denn schnell hatte sich unser Sohn mit einem der vier Nachbarskinder angefreundet. Schaukel, Sandkasten, Bolzplatz, Tiere zum Streicheln und Füttern: Gelegenheit zum Spielen gibt es genug.

Tätowierungen und ein kahl rasierter Schädel – muss das was heißen?

Zunächst freuten meine Frau und ich uns, dass unser Sohn rasch Anschluss gefunden hatte. Das änderte sich, als einer der Nachbarväter abends mit jenem Panzer-T-Shirt auf dem Spielplatz aufkreuzte. Dazu Tätowierungen und ein kahl rasierter Schädel, was natürlich nichts heißen muss. Es gibt auch linke oder unpolitische Skinheads.


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