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Unfall, Diebstahl, Sturz: Wie man E-Bikes gut versichert

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Unfall, Diebstahl, Sturz
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Wie man E-Bikes gut versichert



Schneller unterwegs: Die Nachfrage nach E-Bikes boomt.
Foto: dpa/Roland Weihrauch

Diebstahl Lange Touren mit dem Elektrorad liegen im Trend. Dabei ist E-Bike jedoch nicht gleich E-Bike – auch in Hinblick auf die Versicherung. Wir erklären die Unterschiede zwischen Pedelec und S-Pedelec und wie die Räder versichert werden können.

Pedelec Die meisten Elektrofahrräder fallen in die Gruppe der Pedelecs. Deren Motor unterstützt Geschwindigkeiten von bis zu 25 Stundenkilometer. Es ist in der Regel über die private Haftpflichtversicherung mitversichert. Die ist zwar nicht verpflichtend, aber empfehlenswert. Die private Haftpflicht tritt bei Sach- und Personenschäden ein, die der Fahrer mit seinem Fahrzeug möglicherweise verursacht. Vorher sollte jedoch die Versicherungssumme geprüft werden.

S-Pedelec S-Pedelecs, oder schnelle Pedelecs, hingegen unterstützen den Fahrer elektrisch bis zu einer Geschwindigkeit von 45 Stundenkilometern. Sie werden relativ selten genutzt, auch weil sie nicht auf Fahrradwegen zugelassen sind. Dieses Gefährt gilt in Deutschland als Kleinkraftrad und erfordert daher einen Mofa-Führerschein und ein eigenes Versicherungskennzeichen. Über die private Haftpflichtversicherung sind S-Pedelecs nicht mitversichert, genau wie bei Mofas oder Rollern ist hier der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung notwendig. Die kommt im Fall des Falles für Personen-, Sach- und Vermögensschäden auf.

Diebstahl Sinnvoll ist bei den teuren Rädern eine Versicherung gegen Diebstahl. „Über die meisten Hausratversicherungen sind Pedelecs gegen Einbruchdiebstahl, also den Diebstahl aus einem verschlossenen Kellerraum oder der Wohnung, versichert“, sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW. Fahrradschutz gelte aber nicht immer. So könne es sein, dass zwar ein Einbruchdiebstahl versichert ist, ein „einfacher“ Diebstahl, bei dem das Fahrrad zum Beispiel vor der Haustür entwendet wird, hingegen nicht. Viele Tarife enthalten zudem lediglich einen Schutz bis zu einem Wert von tausend Euro. „Ob und in welcher Höhe das Pedelec in der bestehenden Hausratversicherung also tatsächlich abgedeckt ist, ist von Produkt zu Produkt unterschiedlich und sollte daher immer beim Versicherer in Erfahrung gebracht werden“, sagt Weidenbach.

Reicht dem Radfahrer der vorhandene Schutz nicht, bieten sich „Fahrradbausteine“ als Ergänzung zur Hausratversicherung an, beispielsweise von der Allianz mit dem Baustein FahrradBest oder der Ammerländer. Dort sind die Räder dann zusätzlich zum einfachen Diebstahl und Einbruchdiebstahl auch bei Sturz, Unfall oder mutwilliger Beschädigung versichert. Welche Beträge hierfür jährlich fällig werden, hängt von der Höhe der Prämie der Hausratversicherung ab.

Wichtig ist, dass ein Zusatzschutz nur pro Schadensfall greift. Wird bei einem Ausflug jedem Familienmitglied das Rad gestohlen, gilt das als ein einziger Schadensfall, der Versicherer zahlt nur einmal. Geprüft werden sollte zudem, ob die Hausratversicherung eine sogenannte Nachtklausel enthält: Dann bezahlt der Versicherer nicht für einen einfachen Diebstahl, der sich zwischen 22 und 6 Uhr morgens ereignet hat.

Alternativ kann eine separate Fahrrad-Versicherung abgeschlossen werden. Auf dem Internetportal von Check24 werden verschiedene Versicherer verglichen. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet demzufolge der Dienstleister hepster. Dieser kommt bei einem monatlichen Beitrag von 5,85 Euro für Diebstahl, Unfall- und Sturzschäden und eine Reparatur des Fahrrads auf. Auch die Ammerländer bietet laut Check24 eine sehr gute Versicherung, sie kostet monatlich 7,44 Euro. Eine ausgezeichnete Bewertung hat auch der Versicherer Neodigital erhalten. Monatlich müssen 9,13 Euro entrichtet werden.

Verbraucher können also zwischen vielen verschiedenen Versicherungen auswählen. Doch: Bei welcher Gesellschaft das Pedelec auch versichert ist, ein gutes Schloss ist immer Voraussetzung, damit diese für den Schaden aufkommt. Die Polizei legt Verbrauchern zudem eine Codierung des Fahrrads nahe. Der Eigentümer kann dann sofort ermittelt werden, wenn das gestohlene Rad gefunden wird.

S-Pedelecs sind im Fall eines Diebstahls nicht über eine Hausratversicherung geschützt. Hier bietet sich eine Ergänzung der Kfz-Haftpflichtversicherung durch eine Teil- oder Vollkaskoversicherung an.

Als Zusatztipp sei erwähnt, dass sehr viele Arbeitgeber anbieten, Pedelecs (und auch Fahrräder) steuersparend über sie zu leasen. Bei solchen Verträgen ist eine Versicherung gegen Diebstahl in der Regel inklusive.