Spiegel

US-Präsidentschaftswahl 2020: Was, wenn Donald Trump eine Niederlage nicht akzeptiert?

Es ist ein Schreckensszenario, das dieser Tage in Berlin und Brüssel die Runde macht: Bei einem knappen Ausgang der US-Präsidentenwahl am 3. November könnte sich Amtsinhaber Donald Trump auch als Verlierer noch am Wahlabend zum Sieger ausrufen, um das Weiße Haus weiter für sich zu beanspruchen, frühzeitig und unrechtmäßig.

Und dann?

Als Erster könnte wohl Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro dem “wiedergewählten” US-Präsidenten noch in der Nacht seine Glückwünsche übersenden, so die Befürchtung, gefolgt vom saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, an dritter Stelle kämen Nordkoreas Diktator Kim Jong Un, vielleicht auch Russlands Präsident Wladimir Putin. Aber schon bald würden auch die ersten Gratulationen aus Europa im Weißen Haus eintreffen, von Ungarns Regierungschef Viktor Orbán etwa oder seinem polnischen Kollegen Mateusz Morawiecki.

Sollte sich in den USA tatsächlich eine gefährliche Verfassungskrise entfalten, wären, so die Prophezeiung, die Europäer wohl wieder einmal tief gespalten.