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US-Wahl 2020: Die wichtigsten Umfragen im Rennen Donald Trump vs. Joe Biden

Die Menschen in den USA wählen am 3. November einen neuen Präsidenten. Amtsinhaber Donald Trump von den Republikanern bewirbt sich für eine zweite Amtszeit; herausgefordert wird er vom ehemaligen Vizepräsidenten Joe Biden von den Demokraten.

Seit Wochen führt Biden die landesweiten Umfragen an. Die Datenanalysten der US-Website FiveThirtyEight sammeln die Ergebnisse der zahlreichen Umfrageinstitute, gewichten sie anhand ihrer statistischen Qualität und prognostizieren den Wahlausgang. Demnach liegt Bidens Vorsprung gegenüber Trump seit Monaten bei mindestens rund sechs Prozentpunkten.

Allerdings verraten die nationalen Umfragen weniger über den voraussichtlichen Wahlausgang, als es auf den ersten Blick scheint. Denn die Amerikanerinnen und Amerikaner wählen ihren Präsidenten nicht direkt, sondern sie entscheiden über die Zusammensetzung des sogenannten Electoral College. Dieses Gremium, bestehend aus 538 Wahlleuten, wird Mitte Dezember über den Präsidenten abstimmen.

Jeder Bundesstaat entsendet – je nach Einwohnerzahl – zwischen drei und 55 Wahlleute. Fast überall entscheidet das Winner-takes-all-Prinzip: Die Wahlleute stimmen jeweils für den Kandidaten, der in ihrem Bundesstaat die meisten Stimmen bekommen hat. Ob die Mehrheit im Staat riesig ist oder hauchdünn, spielt dabei keine Rolle.

Wer wissen will, wie es im Rennen zwischen Trump und Biden wirklich steht, muss sich also die Mehrheitsverhältnisse in den Bundesstaaten ansehen.

In vielen Bundesstaaten gilt die Wahl als praktisch entschieden: Die Menschen dort stimmen traditionell mit deutlicher Mehrheit für den Kandidaten der einen oder der anderen Partei. So führt Biden etwa in den bevölkerungsreichen Staaten Kalifornien (55 Wahlleute) und New York (29), wo die Demokraten regelmäßig Wahlen gewinnen. Trump liegt unter anderem in den republikanisch geprägten Staaten Tennessee (11), Alabama (9) und Kentucky (9) mit Abstand vorn.

In anderen Bundesstaaten sind die Rennen knapper. Die Wahlergebnisse dort werden maßgeblich über das Kräfteverhältnis im Electoral College entscheiden. Mancherorts ist der Wahlausgang völlig offen.

Zu den besonders umkämpften Bundesstaaten zählen diese:

  • Florida (29 Wahlleute) und Ohio (18) sind klassische “Swing States”. Bei den vergangenen sechs Präsidentschaftswahlen siegte hier jeweils dreimal der demokratische und dreimal der republikanische Bewerber. Auch 2020 lassen die Prognosen ein knappes Rennen erwarten.

  • Texas (38 Wahlleute), Georgia (16), North Carolina (15) und Arizona (11) sind seit langer Zeit republikanisch dominiert (zum Teil mit Ausnahmen bei einzelnen Wahlen). Diesmal ist ein Sieg Bidens nicht ausgeschlossen.

In den drei industriell geprägten Staaten Pennsylvania (20), Michigan (16) und Wisconsin (10) holte Trump 2016 den ersten republikanischen Sieg seit den Achtzigerjahren und damit die entscheidenden Wahlleute. Diesmal sehen die Prognosen einen Vorsprung für Biden.

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels war vom “Stand der Umfragen” die Rede. Tatsächlich zeigen die Grafiken den von FiveThirtyEight aus den Umfragen abgeleiteten prognostizierten Wahlausgang.