Spiegel

US-Wahl 2020: Trotz Donald Trump sind viele junge Afroamerikaner unentschieden

Seit Stunden steht Shaina Catchings in der prallen Sonne, ein Klemmbrett in der Hand. Jedem, der vorbeikommt, stellt sie dieselbe Frage: “Have you registered to vote?”, hast du dich registriert, um im November abstimmen zu können? Es ist ein Freitag im Oktober an der A&T Universität in Greensboro, North Carolina. Sie ist bekannt dafür, dass besonders viele Schwarze hier Kurse belegen. 

Manche Studierende werfen einen kurzen Blick auf das Dokument, das die 20-jährige Catchings ihnen hinhält. Einige füllen das Formular lustlos aus. Andere eilen an ihr vorbei. Die junge Frau könnte ihre Kommilitonen aufhalten: ihnen erzählen, dass es eine demokratische Pflicht sei, zu wählen. Aber so viel Enthusiasmus kann Catchings nicht aufbringen.

Biden braucht die jungen, schwarzen Wähler

Klar, wählen sei wichtig, sagt sie. “Aber wenn ich ehrlich bin, finde ich beide Kandidaten nicht ideal, um Amerikas Probleme zu lösen. Joe Biden genauso wenig wie Donald Trump.” Sie zuckt die Schultern.

Dass Shaina Catchings drei Wochen vor der Präsidentschaftswahl solche Sätze sagt, müsste Joe Biden, den demokratischen Präsidentschaftskandidaten, beunruhigen. Denn Catchings gehört zu einer Minderheit, die für ihn wahlentscheidend sein könnte: die jungen schwarzen Wähler. Biden braucht sie, um US-Präsident zu werden – gerade in Swing States wie North Carolina, wo das Ergebnis knapp werden könnte. Hier zählt jede Stimme. Das Problem: Viele junge Schwarze sind unsicher, ob sie Biden wählen sollen. Und ob sie überhaupt zur Wahl gehen sollen.