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Vettel holt nur einen Punkt bei Ferrari-Jubiläum: „Gab hier nicht viele Autos, die langsamer waren“


Vettel holt nur einen Punkt bei Ferrari-Jubiläum
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„Gab hier nicht viele Autos, die langsamer waren“



Mechaniker arbeiten am Wagen von Sebastian Vettel.
Foto: AP/Bryn Lennon

Mugello Das Jubiläum als Trauerspiel: Nur gut die Hälfte der Autos kam ins Ziel, Ferrari fuhr in Mugello dennoch hinterher. Sieger Lewis Hamilton greift nun indes nach dem Schumacher-Rekord.

Als auch der 1000. Grand Prix nur noch ein trauriges Kapitel Ferrari-Geschichte war, lachte Sebastian Vettel bitter. “Ich habe keine Lust, das ganze Rennen zu beschreiben, das ist mir zu lang”, sagte der Heppenheimer nach diesem peinlichen Jubiläum der Scuderia in Mugello: “Es gab hier nicht viele Autos, die langsamer waren. Das ist hart und ernüchternd.” Es hatte geraucht, gekracht und geknallt am Sonntagnachmittag, aus dem Chaos in der Toskana ging Rekordjäger Lewis Hamilton am Ende als Sieger hervor. Für Vettel und Ferrari wurde es dagegen zur Demütigung: Nach zwei Massenkarambolagen kamen nur zwölf Autos ins Ziel, Vettel holte im knatternden SF1000 als Zehnter dennoch bloß einen WM-Punkt. Gerade mal vier Zähler ergatterte sein Teamkollege Charles Leclerc als Achter.

“Ich hätte mir gewünscht, dass wir bei so einem Rennen mehr abstauben”, sagte Vettel bei Sky: “Aber wir hatten keine Geschwindigkeit, das war alles, was geht.”



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Foto: AFP

“Das war einer dieser Tage, ein unglaublich hartes Rennen mit Valtteri hinter mir, vielen Neustarts und der nötigen Konzentration”, sagte Hamilton: “Jetzt hier zu stehen mit 90 Siegen, das ist unglaublich.”

Dritter wurde der oft kritisierte Red-Bull-Pilot Alex Albon, der Thailänder holte damit seinen ersten Podestplatz in der Formel 1. Möglich gemacht hatte das der frühe Ausfall seines Teamkollegen Max Verstappen. Im WM-Klassement wurden die bisherigen Verhältnisse damit zementiert: Hamilton (190 Punkte) führt noch deutlicher vor Bottas (135) und Verstappen (110).

Ferrari indes fuhr auch im fast um die Hälfte dezimierten Feld nur hinterher. Und hatte dabei auch noch Zuschauer, erstmals in dieser Saison waren wenige Tausend Fans zugelassen. Vettel, so macht es den Anschein, rührt all das nicht mehr besonders. Seit Donnerstag steht fest, dass er im kommenden Jahr für Aston Martin fahren wird. Das Team heißt in dieser Saison noch Racing Point und war auch in Mugello deutlich stärker als Ferrari: Sergio Perez, den Vettel 2021 ersetzen wird, holte Rang fünf.

Das emotionale Highlight aus Sicht der Gastgeber gab es vor dem Start. Die Sonne strahlte über Mugello, und Andrea Bocelli schmetterte die Nationalhymne. “Wo ist die Siegesgöttin Victoria, sie möge uns ihr Haupt zuneigen”, heißt es da unter anderem – aber nur die ersten Meter des Rennens waren für Ferrari erfreulich.

Leclerc schoss von Startplatz fünf auf Position drei nach vorn, er lag nun direkt hinter Pole-Setter Hamilton, der seine Führung an Bottas verloren hatte. Schon nach der ersten Kurve wurde es dann unübersichtlich.

Im Zuge einer ersten Karambolage schieden Verstappen und Monza-Sensationssieger Pierre Gasly im AlphaTauri aus. Vettels Frontflügel wurde zudem zerstört, er musste sich an der Box ein neues Teil holen. Der Hesse verlor aber wenig Zeit, weil das Safety Car ausrückte und das Feld einbremste.

Wenig später wurde es wieder freigegeben, Bottas als Führender durfte den Zeitpunkt bestimmen, ab dem das Rennen wieder scharf war – und taktierte auf der Start-Ziel-Geraden lange. Im hinteren Feld staute es sich, die Fahrer wurden ungeduldig, und es kam zu einem Auffahr-Unfall, wie er auch im Stadtverkehr geschehen könnte. Allerdings mit weit über 200 km/h.

Gleich vier Autos wurden dabei zerstört. Vettel, wegen seines Boxenbesuchs zu diesem Zeitpunkt Letzter, konnte das Chaos von hinten beobachten und weiträumig umfahren. Das Rennen musste nun per Roter Flagge unterbrochen werden, die Autos parkten während der Aufräumarbeiten in der Boxengasse.

Beinahe eine halbe Stunde war Pause, danach wurde das Rennen stehend aus der Startaufstellung wieder aufgenommen. Vettel, ursprünglich von Rang 14 ins Rennen gegangen, nahm es von Position 12 wieder auf. Vorne nahm Hamilton nun erfolgreich Revanche, ging in der ersten Kurve an Bottas vorbei und führte das Feld wieder an.

In der Folge flogen die schwarzen Silberpfeile an der Spitze davon, niemand konnte folgen. Dahinter wurde es bitter für Ferrari. Vettel biss sich die Zähne an Williams-Pilot George Russell aus, etwas weiter vorne wurde Leclerc durchgereicht.

Auch mehrfache Reifenwechsel und die zweite Rennunterbrechung nach einem weiteren Unfall änderten nichts. Ferrari wird das 1000. Rennen seiner Geschichte wohl schnell vergessen wollen.