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Volkswagen: VW stoppt Pläne für neues Werk in der Türkei

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Automobilindustrie

Nahe Izmir wollte Volkswagen eine neue Fabrik errichten, in der jährlich 300.000 Autos gebaut werden sollten. Doch nun hat der Konzern das viel kritisierte Projekt abgeblasen – offiziell wegen der Coronakrise.




VW-Fahrzeug mit dem Symbol der Türkei:


VW-Fahrzeug mit dem Symbol der Türkei: “Der Aufbau zusätzlicher Kapazitäten ist daher aus heutiger Sicht nicht notwendig”

Sebastian Gollnow/ dpa

Der VW-Konzern will ein geplantes neues Werk in der Türkei nun doch nicht bauen. “Hintergrund ist der durch die Coronakrise erfolgte Einbruch der globalen Automobilnachfrage”, teilte das Unternehmen mit. Das Projekt für die Fabrik in Manisa bei Izmir war eigentlich so gut wie beschlossen, hatte aber zuletzt auf Eis gelegen. Über die Absage hatte zuvor auch das Fachblatt “Automobilwoche” berichtet.

Nach ersten Verzögerungen hatte Volkswagen zunächst bis zum Jahreswechsel 2019/2020 eine Entscheidung über den Bau treffen wollen. Mehrfach hatte es geheißen, man sei in “finalen” Gesprächen, die Entscheidung wurde aber immer wieder verschoben. Das Unternehmen hatte bereits eine türkische Tochtergesellschaft gegründet. Die Firma wurde ins Handelsregister eingetragen und mit einem Kapital von umgerechnet rund 164 Millionen Dollar ausgestattet.

Geplant war ursprünglich, dass 4000 Arbeitsplätze in der Westtürkei entstehen sollen. Vor der Pandemie wollte der Konzern neue Kapazitäten für den Passat und den Superb der Schwestermarke Skoda schaffen. Bis zu 300.000 Autos sollten in dem neuen Mehrmarkenwerk jährlich vom Band rollen.

Kritik an der Situation in der Türkei

Volkswagen hatte sich aber zurückhaltender gezeigt, nachdem Kritik an der türkischen Politik in Nordsyrien sowie an der Menschenrechtslage in dem Land laut geworden war.

Der Aufbau zusätzlicher Kapazitäten sei aus heutiger Sicht nicht notwendig, sagte ein Konzernsprecher nun. Mit dem neuen Werk sollte vor allem in Osteuropa und im Nahen Osten künftiges Wachstum bedient werden, mit dem Volkswagen vor der Corona-Pandemie gerechnet hatte. Jetzt sollen alle geplanten Fahrzeugprojekte innerhalb des bestehenden Verbundes an Produktionsstätten gefertigt werden.

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