Spiegel

Wasserschaden: Meine persönliche Sintflut







Foto: Image Source / Getty Images

Wie dünn doch der Firnis der Contenance ist, wenn man in der eigenen Küche durch knöcheltiefes Wasser watet. Und wie knüppeldick es dann erst weitergeht: Jetzt auch die Wände! Die Versicherung zahlt nicht! Der Boden muss raus!

Sie mögen es chronologisch? Bitte schön: Freitagnachmittag, nur kurz noch einkaufen, drei Kinder auf der Rückbank. Als ich nach anderthalb Stunden die Haustür aufschließe, rauscht es vernehmlich. Der Wasserhahn? So ähnlich. In der Küche ergießt sich unter der Spüle ein Sturzbach aufs Parkett. Speisekammer, Arbeitszimmer und Heizungsraum sind geflutet, das Esszimmer droht als nächstes unterzugehen. Ich wate zum Haupthahn, drehe ihn zu und google den Klempner-Notdienst: “Geplatzter Schlauch in der Armatur”, stellt der trocken fest. “Pech.” Drei Stunden und 20 Schöpfeimer Wasser später wummern zwei Bautrocknungsgeräte in Küche und Arbeitszimmer, und der Klempner macht mir Mut: “Vielleicht ist das Parkett noch zu retten.”

Spoiler: Nein. Und das ist erst der Anfang. Als drei Tage später Herr Sievers (Name geändert, aber ähnlich klangvoll) von der Trocknungsfirma sein Messgerät auspackt, um zu prüfen, ob und wie weit das Wasser in den Estrich unseres Bungalows gesickert ist, macht er nicht viele Worte. Die wenigen allerdings, die er fallen lässt, folgen einer klaren Dramaturgie. Von “pitschnass” (Küche) über “klitschnass” (Wohnzimmer) bis hin zu “Oh”. Bei “Oh” zeigt sein Messgerät 92. Trocken wäre 28.


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