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Weißrussland: Alexander Lukaschenko geht nach Festnahmen mutmaßlicher Söldner auf Konfrontationskurs mit Russland

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Söldner auf der Durchreise?

Planten sie Unruhen, oder waren sie nur auf der Durchreise? Nach der Festnahme 33 mutmaßlicher russischer Söldner widerspricht Weißrusslands Präsident Lukaschenko den Erklärungen des Kreml.




Alexander Lukaschenko (r.):


Alexander Lukaschenko (r.): “Es gab gar kein Istanbul”


Foto: Nikolai Petro/ imago images/ITAR-TASS

Nach der Festnahme mutmaßlicher russischer Söldner kurz vor der Präsidentenwahl in Weißrussland hat Staatschef Alexander Lukaschenko der Durchreise-Darstellung des Kreml widersprochen. “Es ist klar, dass diese Gruppe andere Ziele hatte”, sagte er am Samstag der Staatsagentur Belta zufolge. Aufgabe sei es nun herauszufinden, wohin die Männer reisen wollten, sagte der Präsident. “Soweit ich weiß, ist dies nur die erste Gruppe von 180 oder 200 Personen, die nach Belarus versetzt werden sollte.”

Nach Darstellung des Kreml sollen die 33 Männer auf der Durchreise gewesen sein. Ihr Aufenthalt in Weißrussland habe nichts mit dem Land selbst zu tun, hatte Sprecher Dmitrij Peskow am Freitag gesagt. Sie hatten demnach Flugtickets nach Istanbul gehabt. Ob die Türkei Ziel der Reise war oder auch nur ein Zwischenstopp, blieb zunächst unklar. Lukaschenko dagegen sagte nun: “Es gab gar kein Istanbul.”

Die am Mittwoch festgenommenen Männer sollen den Behörden in Minsk zufolge der privaten russischen Söldner-Gruppe “Wagner” angehören. Das lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Ihnen werfen die Behörden in dem autoritär regierten Land vor, vor der Wahl am Sonntag nächster Woche Unruhe in Weißrussland stiften zu wollen.

Sind die Festnahmen nur ein Wahlkampfmanöver?

Beobachter schlossen nicht aus, dass dahinter ein Wahlkampfmanöver von Lukaschenko stecken könnte, um sich für eine sechste Amtszeit wählen zu lassen. So sind einige Fragen nach wie vor offen. So zum Beispiel, warum die Männer keine Waffen hatten oder warum der russische Botschafter trotz der schweren Vorwürfe noch im Land ist. Kritiker sprechen von einer Inszenierung Lukaschenkos. In den vergangenen Wochen gab es viele Proteste gegen den Präsidenten, der Hunderte Menschen festnehmen ließ.

Russland forderte am Samstag einmal mehr die Freilassung der Männer. Die von Weißrussland angegebenen Gründe seien “unbegründet und weit hergeholt”, sagte der Botschafter in Minsk, Dmitri Mesenzew, der Agentur Interfax zufolge. “Es gibt keine Fakten, die uns glauben lassen, dass diese Menschen die öffentliche Ordnung stören wollten.”

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