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„Wir müssen da gemeinsam durch“: Borussia stellt sich auf Rückkehr der Geisterspiele ein


„Wir müssen da gemeinsam durch“
:
Borussia stellt sich auf Rückkehr der Geisterspiele ein



Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln war am 11. März 2020 das erste Geisterspiel in der Fußball-Bundesliga.
Foto: dpa/Fabian Strauch

Mönchengladbach Gladbach gegen Wolfsburg dürfte nicht das einzige Geisterspiel im Borussia-Park in den kommenden Wochen bleiben. Bereits eineinhalb Wochen vor dem Champions-League-Spiel gegen Real Madrid besteht wenig Hoffnung, dass die Ausbreitung des Virus rechtzeitig eingedämmt wird.

Am Mittwochabend war der Ansturm für Corona-Verhältnisse groß. Inhaber einer „Dauerkarte plus“ für den Borussia-Park konnten sich Tickets sichern für das Champions-League-Heimspiel gegen Real Madrid am 27. Oktober. Und auch wenn Karten bis zu 78 Euro kosten, waren innerhalb weniger Stunden die meisten verkauft. Eineinhalb Wochen vor dem großen Spiel gegen die „Königlichen“ ist allerdings völlig unklar, ob es überhaupt vor Zuschauern stattfinden kann.

Bereits Borussias Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (20.30 Uhr/Dazn) dürfte zum Geisterspiel werden, nachdem zuletzt gegen Union Berlin erstmals seit März wieder mehr als 10.000 Fans im Stadion erlaubt gewesen waren. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass das Spiel gegen Wolfsburg ohne Zuschauer stattfinden muss“, sagte Borussias Mediendirektor Markus Aretz. „Entschieden werden kann das erst am Freitagmorgen, wenn die letzten Zahlen vorliegen. Aber die Entwicklung der Inzidenzzahl der Stadt Mönchengladbach sieht sehr danach aus.“

Ab einem Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen ziehen die Gesundheits- und Ordnungsämter an den Standorten der Fußball-Bundesliga ihre Ausnahmegenehmigung zurück. Mönchengladbach kam dem Grenzwert mit einer Inzidenz von 34,5 bereits am Donnerstag sehr nah. Am Freitag dürften lediglich sieben Neuinfektionen gemeldet werden, um unterhalb der 35 zu bleiben, am Donnerstag gab es 22, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Tagen davor.

Ob niemand oder wenigstens 300 Zuschauer ins Stadion dürfen, soll ebenfalls am Freitag entschieden werden. Tausende Fans könnten dann eine Rückerstattung des Kartenpreises beantragen – oder ihren Verzicht darauf erklären. „Es ist schade, aber es gehört im Moment dazu. Wir schauen tagtäglich morgens in die Zeitung, lesen die neuesten Zahlen“, sagte Borussias Trainer Marco Rose.

Die Entwicklung des Infektionsgeschehens trübt die Vorfreude auf das Duell mit Real Madrid bei den Fans. So wie sich die Zahlen allein in der vergangenen Woche entwickelt haben, besteht wenig Hoffnung, dass der Anstieg schnell genug gestoppt werden kann in den nächsten zehn Tagen.

„Man merkt, dass der Fußball erst wieder der alte sein wird, wenn alle Leute ins Stadion kommen können. Man spürt, dass sie vorsichtig sind. Auch wenn 10.000 kommen dürfen, ist es momentan nicht selbstverständlich zum Fußball zu gehen“, sagte Rose, der alles versucht, um dennoch positiv zu bleiben: „Die Kernbotschaft ist, dass wir da durch gemeinsam durch müssen. Das werden wir auch schaffen.“ Allerdings wird Borussia sehr wahrscheinlich vorerst wieder auf ihre Fans verzichten müssen. So geht es fast jedem Bundesliga-Klub.