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Wunsch-“Tatort” heute mit Til Schweiger: “Willkommen in Hamburg”, Tschillers erster Einsatz

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Foto: NDR

“Tatort” mit Til Schweiger: Stirb langsam an der Waterkant


Wunsch-“Tatort”

Vaterliebe, Schwanzvergleich und Trümmer-Action: Mit “Willkommen in Hamburg” brachte Til Schweiger 2013 seinen Kommissar Tschiller in Stellung. Der Wunsch-“Tatort” der Woche.

In den Sommerwochen zeigt die ARD anlässlich des 50. Jubiläums der Reihe die Sieger eines “Tatort”-Votings aus den Fällen der vergangenen 20 Jahre. In dieser Woche siegte “Willkommen in Hamburg”, der erste “Tatort” mit Til Schweiger aus dem Jahr 2013. Ein Wiedersehen, das beim Schnellcheck-Verfassen gemischte Gefühle hervorruft.

Das Szenario:

Dirty Daddy Tschiller bei seinem ersten Einsatz. Zu Hause versucht der Kommissar (Til Schweiger) als Alleinerziehender für die 15-jährige Tochter (gespielt von Schweiger-Tochter Luna) das perfekte Frühstückei zu kochen, bei seiner Arbeit versucht er ebenso junge osteuropäische Sexsklavinnen aus den Händen ihrer Peiniger zu befreien. Dabei werden fleißig Gangster exekutiert und gegen Ende zerlegt Tschiller die 2013 noch nicht ganz fertig gebaute Elbphilarmonie.

Der Clou:

Daddy takes care of you! Von George C. Scott (“Hardcore”) bis Liam Neeson (“96 Hours”) – Schweiger ahmt die großen väterlichen Rächerfiguren des US-Kinos nach, deren persönliche Anliegen stets zu dringlich waren, um sie über umständliche rechtsstaatliche Prozesse abzuwickeln.

Das Bild:

Schweigers Tschiller springt in einen Lieferwagen mit Gangstern, prügelt sich darin herum und purzelt wieder heraus. Die Handkamera bleibt da ganz dicht bei ihm. Für einen kurzen Moment leuchtet hier tatsächlich großes Action-Kino auf.

Der Dialog:

Es gibt ja kaum erwähnenswerte Dialoge in Schweiger-“Tatorten”. Deshalb sei an dieser Stelle ein Blick der Hauptfigur angeführt, der mehr als tausend Worte sagt: Schweigers Tschiller geht auf dem TV-Revier gemeinsam mit dem von Wotan Wilke Möhring gespielten Kommissar Falke, der hier einen kleinen Gast auftritt hat, urinieren. Der Kollege spricht Tschiller Mut für den neuen Job zu. Der aber hört gar nicht richtig hin, da er seinen erstaunten Blick nicht vom Gemächt des anderen lassen kann, das offenbar gigantisch ist.

Die Bewertung:

3 von 10 Punkten. Schwanzvergleich auf dem Revier, Schutt-und-Asche-Action auf den Straßen von Hamburg: Rückblickend können wir dem “Tatort”-Debüt von Schweiger immer noch nicht viel abgewinnen – sind aber fast gerührt von der aus der Zeit gefallenen, breitbeinigen Hier-komm-ich-Haltung, mit der Schweiger über den Fernsehklassiker “Tatort” reinbrach.

Das Interview:

Lesen Sie hier ein Streitgespräch mit Til Schweiger zu seiner “Tatort”-Premiere aus dem Jahr 2013!

“Tatort: Willkommen in Hamburg”, Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Icon: Der Spiegel




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Foto: Manuela Meyer/ SR

Fotostrecke: Alle “Tatort”-Teams im Überblick