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Zwei Tote bei Fettexplosion: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen Backesfest-Verantwortlichen

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Zwei Tote bei Fettexplosion
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Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen Backesfest-Verantwortlichen



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Explosion bei „Backesfest“ in Freudenberg
Foto: dpa/Rene Traut

Freudenberg Nach dem tödlichen Unglück beim Backesfest in Freudenberg im September vergangenen Jahres ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Tötung gegen einen Verantwortlichen des Volksfestes.

Nach dem Unglück beim Backesfest führte die Staatsanwaltschaft Siegen umfangreiche Ermittlungen durch. So wurden unabhängige Sachverständigenbüros mit der Begutachtung des eigengebauten Gasgrills beauftragt. Nun liegen die Gutachten vor, wie die Staatsanwaltschaft und die Kreispolizei Siegen-Wittgenstein am Dienstagmorgen mitteilten. Demnach richten sich die Ermittlungen derzeit gegen einen Verantwortlichen des Heimat- und Verschönerungsverein in Freudenberg-Alchen. Er steht unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung.

Als der Grill anfing, sich zu überhitzen und zu wölben, wurde der Verantwortliche des Festes darauf hingewiesen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Er sei mit der Funktionsweise des Grills vertraut gewesen und habe die Einweisung in die Handhabung vorgenommen. Bei den Ermittlungen ergab sich der Verdacht, dass die Zuständigen trotz Einweisung mit dem Gasgrill überfordert waren. Der Verantwortliche reduzierte daraufhin die Energiezufuhr, stellte den Grill aber nicht ab.

Zu der Explosion kam es aufgrund einer Fehlfunktion der Pfanne, wie Sachverständige im Gutachten schreiben: Bei der gasbetriebenen übergroßen Bratpfanne handelt es sich demnach um eine selbstgebaute Konstruktion, die bereits seit mehreren Jahrzehnten im Besitz des Heimat- und Verschönerungsvereins Alchen war. Den Sachverständigen zufolge führte eine Verkettung verschiedener Umstände zur Explosion. Die Eigenkonstruktion war so aufgebaut, dass durch externe Gasbrenner unter dem Pfannenboden Öl erwärmt wurde, um eine gleichmäßige Wärmeverteilung zu erzeugen. Das Öl befand sich dabei im Hohlraum zwischen Pfannenboden und Deckel in einem geschlossenen System. Boden und Deckel der Pfanne waren durch Metallstreben miteinander verschweißt. Wie die Polizei weiter mitteilte, war das Öl ebenfalls gealtert und der Siedepunkt erheblich gesunken. Dadurch dehnte sich das Öl bereits bei geringerer Wärme stark aus. Das zur Druckentlastung angebrachte Ventil war geschlossen, so dass zum Explosionszeitpunkt kein Druckausgleich stattfinden konnte.

Durch die Ausdehnung des Öls und den fehlenden Druckausgleich stieg der Druck in dem geschlossenen System stark an, die Pfannenkonstruktion begann sich zu wölben. Dies führte dazu, dass die verschweißten Metallstege aus dem Pfannenboden gerissen wurden. Dabei entstanden mehrere Löcher im Boden. Durch diese Löcher spritze daraufhin das heiße Öl auf die offenen Flammen der Gasbrenner. „Ein sofortiges explosionsartiges Abbrennen mit enormer Stichflammenbildung und Verspritzen brennenden Öls war die Folge“, schreiben die Sachverständigen. Die Menschen, die in unmittelbarer Nähe zur Pfanne unter einem Unterstand standen, wurde getötet oder verletzt.

Beim sogenannten „Backesfest“ wird traditionell eine alte dörfliche Backstube in Betrieb genommen. Rund 100 Menschen sollen zum Zeitpunkt der Explosion vor Ort gewesen sein.